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Kommt der Mensch in die Brunft...

Silvan Lüchinger

Die Ausserrhoder Regierung hat Geld aus dem Lotteriefonds verteilt. Aus Solidarität mit den artverwandten Berglern im Bergell gehen 50000 Franken an Bondo. Die einheimische Kultur kommt ob dieser Grosszügigkeit aber nicht zu kurz. Das Schützenmuseum Trogen erhält 20000 Franken für die Rettung eines Grenadier-Offizierszelts aus dem 18. Jahrhundert. Nach erfolgter Restaurierung wird es bedürftigen Offiziersfamilien in Bondo als Notunterkunft zur Verfügung gestellt.

In der Schulgemeinde Wigoltingen geht es drunter und drüber. Nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt gab der neue Schulpräsident den Rücktritt. Dann kündigte die neue Schulpflegerin noch während der Probezeit, und die neue Schulsekretärin trat ihre Stelle gar nicht erst an. Nun führt eine ebenfalls neu gewählte Schulrätin die Schulgemeinde ad interim. Man hofft, dass ihr Name kein schlechtes Omen ist. Viel Glück, Nathalie Wasserfallen.

Die Churfirsten tragen bereits eine weisse Kappe, und noch ist im Streit der Toggenburger Bergbahnen kein Ende abzusehen. Vom Kanton gibt es aber nur Geld für eine neue Sesselbahn in Wildhaus, sofern sich die Streithähne einigen. Dieser Entscheid der Regierung hat im Obertoggenburg helle Empörung ausgelöst. Wäre morgen Wahltag, Damann und Co. würden aus dem Amt gefegt. Weil aber erst 2020 wieder gewählt wird, gibt es nur ein Zwischenzeugnis. Vier regionale Politiker haben die Regierung benotet: Zwei geben eine Eins, einer eine Zwei, das höchste der Gefühle ist eine Vier. Die gleichen Politiker zeigen auf, wie der Weg aus der Sackgasse zu finden ist: Für einen ist das «schwierig zu sagen», einer ist «ratlos». Für zwei ist klar, dass sich die Streitparteien nochmals an einen Tisch setzen sollten. Wären die Vier Regierungsräte, wäre ihr Zeugnis rasch geschrieben: Viermal eine Eins.

Im Alpstein holen sich Steinadler immer wieder mal Hunde, die sich beim Wandern nicht eng an ihr Herrchen halten. Routinierte Adler lösen dabei sogar die Leine vom Halsband, bevor sie mit der Beute davonfliegen. Jetzt hat die Unsitte auch aufs Rheintal übergegriffen. Unlängst soll auf dem Rheindamm bei Oberriet ein Rotmilan einen Hund gegriffen haben. Die Aussagen der Augenzeugen sind absolut glaubwürdig und lassen sich bis an einen Wirtshaustisch zurückverfolgen. Am letzten Stamm hat ein Jasser gefehlt. Der verdächtige Milan bestreitet jede Schuld.

Namenslisten zu Abstimmungen im Ständerat werden weiterhin nicht veröffentlicht. Wer will, kann sich ja die Debatten auf der Tribüne oder im Internet ansehen, meint Ständerätin Karin Keller-Sutter. Ihr Thurgauer Amtskollege Roland Eberle begründet sein «Nein» weniger zurückhaltend: «Eine Veröffentlichung der Namen leistet einer Simplifizierung der Berichterstattung Vorschub.» Anders ausgedrückt: Bundeshausjournalisten sind Simpel. Und wer sonst noch wissen will, wie ich gestimmt habe, ist erst recht einer.

Kommt der Mensch in die Brunft, ähnelt sein Balzverhalten nicht selten jenem von Tieren. Wer vergessen hat, wie das geht, kann auf dem Kronberg die Erinnerung auffrischen. Alt Wildhüter Alfred Moser und das Berggasthaus laden zu kulinarischen Rotwildbrunft-Beobachtungsabenden mit anschliessendem Viergänger. Wer aus dem triebgesteuerten Alter heraus ist, muss auf das Vergnügen aber nicht verzichten. Wie heisst es doch? Essen ist der Sex des Alters.

Silvan Lüchinger

silvan.luechinger

@tagblatt.ch

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