Kommentar
Das Trauma ist überwunden: Entscheid des Bundesrats zum Innovationspark stärkt das Selbstbewusstsein der Ostschweiz

Die Ostschweiz wird definitiv ins nationale Innovationsnetzwerk aufgenommen. Damit lässt sie die unerfreuliche Vorgeschichte mit mehreren gescheiterten Bewerbungen endlich hinter sich.

Adrian Vögele
Adrian Vögele
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Der Innovationspark Ost soll im Umfeld der Empa in St.Gallen und bei der Hochschule für Technik Buchs angesiedelt werden.

Der Innovationspark Ost soll im Umfeld der Empa in St.Gallen und bei der Hochschule für Technik Buchs angesiedelt werden.

Bild: Arthur Gamsa

Jetzt steht es fest: Die Ostschweiz wird in den nationalen Innovationspark aufgenommen, mit den Standorten St.Gallen und Buchs. Dieser Entscheid des Bundesrats war allseits erwartet worden. Schon im vergangenen Herbst hatte die Ostschweizer Bewerbung den eigentlichen Test bestanden – die zuständige Stiftung Switzerland Innovation hatte das Projekt für gut befunden und die Aufnahme der Ostschweiz ins Netzwerk beantragt.

Auch wenn der Beschluss des Bundesrats im Grunde nur noch Formsache war – bedeutend ist er trotzdem. Erstens können der Kanton St.Gallen und seine Partner jetzt die Aufbauarbeit forcieren, ohne Wenn und Aber. Die Liste der beteiligten Forschungsstellen und Firmen kann sich sehen lassen.

Der Innovationspark muss jetzt greifbar und konkret werden

Entsprechend hoch sind die Erwartungen: Der Innovationspark Ost, der für Laien ein schwer fassbares, eher theoretisches Projekt war, muss nun möglichst rasch greifbar und konkret werden. Indem sich in St.Gallen und Buchs Spezialistinnen und Spezialisten aus Forschung und Wirtschaft zusammensetzen und die Entwicklung innovativer Produkte vorantreiben, von denen die Ostschweizer Industrie profitiert.

Zweitens hat der Bundesratsentscheid eine wichtige psychologische Wirkung.

Die Ostschweiz ist kein weisser Fleck mehr auf der Schweizer Innovationslandkarte, sie gehört jetzt zum Klub.

Und sie erhält schwarz auf weiss bestätigt: Ja, man erreicht mehr, wenn man sich als Region kantonsübergreifend für ein Vorhaben einsetzt. Die gescheiterten Bewerbungen aus St.Gallen und dem Thurgau für den Innovationspark sind Geschichte, die Phase des Grübelns und der Schuldzuweisungen ist vorbei, das Trauma überwunden. Nach sieben Jahren war es höchste Zeit. Diesen Schub für ihr Selbstbewusstsein kann die Ostschweiz gut gebrauchen.