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KOMMENTAR: Trotz Abfallberg – die Jugend verroht nicht

Jedes Jahr beklagen sich Kritiker über die Abfallberge im Sittertobel. Sie vergessen dabei, dass das St.Galler Open Air zu den nachhaltigsten und saubersten der Welt gehört, schreibt Christof Krapf in seinem Kommentar.
Nach dem diesjährigen Open Air blieben 200 Tonnen Abfall im Sittertobel liegen.

Nach dem diesjährigen Open Air blieben 200 Tonnen Abfall im Sittertobel liegen.

Sie gehören zum Montag nach dem Open Air wie der Kater und die Müdigkeit nach dem Festival. Gemeint sind jene Kritiker, welche sich in den Online-Kommentarspalten über die Abfallberge im Sittertobel aufregen. Sie schreiben von einer verrohten Konsumgesellschaft und zeichnen das Bild einer Jugend, die keinen Respekt vor der Natur und schon gar keine Manieren mehr besitzt. Natürlich lässt der eine oder andere sein verdrecktes Zelt oder den kaputten Pavillon im Tobel liegen. Solche Besucher gab es jedoch schon immer. Dieses Jahr wurden jedoch 89 Prozent der Zelte wieder mitgenommen – auch dank des 2014 eingeführten Depots. Hätten sich die Kritiker die Mühe gemacht, ins Sittertobel zu kommen, hätten sie noch am Samstag rund um die Bühnen und in der Verpflegungszone kaum Abfall gesichtet. Denn 93 Prozent der Mehrwegbecher werden jeweils zurückgegeben; zwei Franken Depot pro Becher schmeisst auch die angeblich verrohte Jugend nicht in den Schlamm.

Eine Erklärung für die viel zitierte Wegwerfmentalität haben die Kritiker rasch zur Hand. Zelte und Pavillons seien viel zu günstig. Doch während die tiefen Zeltpreise kritisiert werden, hat der Ferienflug dann bitteschön billig zu sein – Abgase sind auch nicht so deutlich sichtbar wie der Abfall im Tobel. Fakt ist, dass das St. Galler Open Air zu den nachhaltigsten und saubersten weltweit gehört – der WWF zeichnete es gar mit dem Prädikat «Umweltchampion» aus. Pro Besucher fallen im Sittertobel zwei Kilogramm Abfall pro Tag an; beim Durchschnittsschweizer sind es 1,9 Kilogramm. Wegen dieser zusätzlichen 100 Gramm ist die Jugend noch lange nicht verroht.

christof.krapf@tagblatt.ch

Lesen Sie den Liveticker zur Medienkonferenz und zur Geländebegehung im Sittertobel nach:

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