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KOMMENTAR: Paul Rechsteiner hat als Politiker kein Verfallsdatum

Paul Rechsteiners erneute Kandidatur ist nicht nur der einzige Weg für die St.Galler SP, ihren Ständeratssitz zu verteidigen. Aus St.Galler Sicht braucht es auch weiter einen starken Vertreter mit überdurchschnittlich viel Einfluss und Leidenschaft, schreibt Chefredaktor Stefan Schmid.
Chefredaktor Stefan Schmid. (Bild: Benjamin Manser)

Chefredaktor Stefan Schmid. (Bild: Benjamin Manser)

Eigentlich ist es ja dicke Post, was uns Paul Rechsteiner mit seiner erneuten Ständeratskandidatur zumutet. Da hat ein bei den Wahlen im Herbst 2019 67-Jähriger tatsächlich das Gefühl, er sei auch nach 33 Jahren in Bundesbern so unentbehrlich, dass ihn die Stimmbürger erneut wählen sollten.

Er spricht zwar nicht von einer Mission, wie weiland Christoph Blocher, die es im Namen des Volkes zu erfüllen gelte. Dennoch haftet der 10. Kandidatur des Stadtsanktgallers auf Bundesebene etwas Übersteigertes an. Es ist daher nachvollziehbar, wenn da und dort angesichts dieser scheinbar unersättlichen politischen Obsession die Nase gerümpft wird. Schon wieder dieser Rechsteiner? Muss das sein? Hat denn die SP keine jüngeren Kräfte, die in seine Fussstapfen treten könnten?

Um die Antwort vorwegzunehmen: Nein, das hat sie nicht. Tritt Rechsteiner zurück, ist der St.Galler SP-Ständeratssitz eine einfache Beute der bürgerlichen Mehrheit, die ihn 2011 in einer Mischung aus Unvermögen und Überheblichkeit an den Genossen verloren hatte. Rechsteiners erneute Kandidatur macht aus SP-Sicht absolut Sinn.

Sie ist aber auch aus neutraler Optik vertretbar. Man täte dem Anwalt und seinem lebenslangen Kampf für sozial Benachteiligte Unrecht, ihn einzig und allein aufgrund des Alters zum Rücktritt drängen zu wollen. Man muss Rechsteiners pointiert linke Politik nicht teilen: Seine Leidenschaft und sein Engagement sind ebenso überdurchschnittlich wie sein Einfluss im Bundeshaus. Hinzu kommt: Rechsteiner hat es verstanden, im Stöckli nicht einfach Parteipolitik zu machen. Wiederholt setzte er sich – zusammen mit FDP-Kollegin Karin Keller-Sutter – wirksam für den Kanton St.Gallen ein.

Es ist schon so: Die Ostschweiz braucht starke Vertreter in Bern. Paul Rechsteiner wird auch mit 67 Jahren nach wie vor zu dieser Sorte Politiker gehören.

Stefan Schmid

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