KOMMENTAR
Millionen von der CS, lukrative Nebenjobs: Ein heimtückischer Goldrausch an der HSG

Die CS steigt als Geldgeberin am Rosenberg ein. Und fast gleichzeitig tritt ein Professor, der zu wenig aufgepasst hat, kürzer. Die Fälle zeigen, wie schmal der Grat für die renommierte Uni ist.

Stefan Schmid
Stefan Schmid
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Mit zwei Meldungen macht die HSG derzeit Schlagzeilen: Einerseits steigt mit der CS eine Grossbank als Geldgeberin ein. Einen Tag später verkündet die Uni den Teilrückzug von Johannes Rüegg-Stürm als Professor. Ihm wird die mangelhafte Aufsicht über die Spesenabrechnungen seines einstigen Untergebenen Pierin Vincenz zum Verhängnis.

Das eine hat mit dem anderen direkt natürlich nichts zu tun. Hier die Bank, welche 20 Millionen in Lehre und Forschung buttert. Da ein Professor, der als VR-Präsident von Raiffeisen zwei Augen zu viel zugedrückt hat.

Im Grunde geht es aber in beiden Fällen um die traditionell enge Verbandelung der HSG mit der Privatwirtschaft.

Keine Schweizer Universität generiert so viele Drittmittel wie sie. An keiner Bildungsstätte übernehmen Professoren so lukrative Nebenjobs. Geht alles gut, kräht kein Hahn danach. Doch wehe, es kommt zum Skandal. Dann gilt für die renommierte Uni das Prinzip: Mitgegangen, mitgefangen.

Wie im Fall Rüegg-Stürm. Peinlich, wenn einer den Laden, den er im Nebenamt führt, nicht im Griff hat. Der Rückzug Rüegg-Stürms ist daher für alle Beteiligten eine Erleichterung. Gesichtswahrend für den Professor, entlastend für die Unileitung, die sich nicht länger dem Reputationsrisiko und dem Vorwurf aussetzen muss, die Geschichte auszusitzen.

Johannes Rüegg-Stürm

Johannes Rüegg-Stürm

Walter Bieri / KEYSTONE

Eine im Prinzip gute Nachricht ist auch das Engagement der CS. Der Kanton St. Gallen ist nicht in der Lage, so viel Geld in seine Uni zu stecken, damit diese auf internationalem Parkett glänzen kann. Um in dieser Liga zu spielen, braucht die HSG zwingend Drittmittel.

Da kommt die CS als Sponsorin wie gerufen. Doch eine Grossbank ist keine karitative Unternehmung. Wie aktuell der Fall UBS zeigt, kann sie jederzeit in den Strudel juristischer Streitereien und politischer Prozesse geraten. Die HSG muss froh sein, bekommt sie Geld. Und sie muss gleichzeitig hoffen, dass die CS sauber geschäftet. Sonst heisst es dann bald wieder: Mitgegangen, mitgefangen.