Kommentar
Olma-Flugshow der Armee: Die Nörgelei der Grünen und des Klimakollektivs ist eine Luftnummer

Die Klimaaktivistinnen und -aktivisten verfolgen ein hehres Ziel: die Rettung des Planeten. Sie sollten achtgeben, dass sie sich nicht auf Nebenschauplätzen verlieren.

Odilia Hiller
Odilia Hiller 3 Kommentare
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Im Rahmen der Olma 2021 ist die Schweizer Luftwaffe über St.Gallen geflogen und präsentierte ihre Flugkünste.

Im Rahmen der Olma 2021 ist die Schweizer Luftwaffe über St.Gallen geflogen und präsentierte ihre Flugkünste.

Bild: Sandro Büchler (St.Gallen, 8. Oktober 2021)

Das «PC-7 Team» der Schweizer Luftwaffe hat jährlich zwölf bis 15 Auftritte à 15 Minuten. Die Piloten fliegen in enger Formation ein anspruchsvolles Flugballett mit Propellermaschinen. Sie tun dies im Rahmen ihrer regulären Trainings. Diese sind notwendig, um die Maschinen sicher zu bedienen. Basisflugplatz ist Dübendorf, die geflogene Strecke eher überschaubar.

Während Liebhaberinnen und Liebhaber sich über die spektakulären Flugkünste der ausgebildeten Kampfjetprofis am Himmel freuen, Kinder begeistert in den Himmel blicken und vielen am Boden ein bisschen feierlich zumute wird, stellt der Auftritt für andere eine Provokation dar.

Der «Konsumveranstaltung die Krone aufgesetzt»

Darauf lässt schliessen, dass die Grünen der Stadt sowie das Kollektiv Klimastreik St.Gallen die Flugaktion zur Feier der Ostschweizer Landwirtschaftsmesse Olma «aufs Schärfste» verurteilen und sich «davon distanzieren», dass die «Olma Flugshows durchführe», um dieser «Konsumveranstaltung» in verantwortungsloser Manier die «Krone aufzusetzen».

Man kommt nicht umhin, ob so viel Empörung leise zu seufzen. Selbstverständlich steht es den Kritisierenden frei, der Entrüstung Ausdruck zu verleihen. Der Blick in die Zahlen lässt aber mindestens rätseln, ob sie in diesem Fall zum Objekt passt. Und ob sie zielführend ist.

Ein Bruchteil des jährlichen CO2-Ausstosses

Der Anteil der Schweizer Luftwaffe am jährlichen CO2-Ausstoss aller in der Schweiz energetisch genutzten Brenn- und Treibstoffe beträgt rund 0,3 Prozent. Wie viel davon drei viertelstündige Formationsflüge über St.Gallen ausmachen? Einen Bruchteil.

Es stellt sich also die Frage, mit wie viel Bedacht die Aktivistinnen und Aktivisten die Schauplätze ihres Kampfes auswählen. Weil dieser so zur Luftnummer wird.

Eine gefährliche Dynamik

Die Dynamik, von der die folgenschwere Ablehnung des Schweizer CO2-Gesetzes vom Juni 2021 an der Urne zeugt, ist gefährlich: Die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes neigen zu Gegenreaktionen, wenn sie fürchten, der Furor der Klimabewegten könnte sie auch noch ihrer letzten Freuden berauben. Dies sollten die Grünen und das Kollektiv zumindest im Auge behalten, wenn sie langfristig etwas verändern wollen.

3 Kommentare
Gallus Zellweger

Vielen Dank für diesen treffenden Kommentar Frau Hiller. Abgesehen davon, die trainieren ja sowieso mit ihren Maschinen, ob jetzt über St. Gallen oder anderswo. 

Kevin Studer

Für mich ein sehr schwaches Argument mit den Luftshows weiterzumachen. Der Grund warum demonstriert wurde ist ja, dass damit ein Zeichen gesetzt wird, dass man für kleine Freuden solche Sachen unterstützen darf, welche CO2 ausstossen. Dabei sollte man wo möglich überall darauf verzichten, damit man das 2 Grad Ziel erreichen kann. Oder als Analogie: Warum mit Gladiatorenkämpfe aufhören, es sind da ja nur ein Bruchteil der Sklaven involviert, welche es auf der Erde gibt. 

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