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Kommentar: Der Kanton muss den Nutzen seiner IT-Offensive klarer zeigen

Wenn man von einer IT-Bildungsoffensive spricht, darf man die drei Viertel der Jugendlichen, die eine Lehre machen, nicht ignorieren. Trotzdem bringt es nicht, sie gegen Akademiker auszuspielen, schreibt Adrian Vögele in seinem Kommentar.

Lange schien die geplante IT-Bildungsoffensive im Kanton St.Gallen völlig unumstritten. Jetzt, da die konkreten Vorschläge der Regierung auf dem Tisch liegen, kommt doch noch eine Debatte in Gang. Gut so. Die Frage, warum Berufsbildung und Berufsfachschulen in der 75-Millionen-Vorlage nicht mehr Gewicht haben, ist berechtigt. Das Argument, dass drei Viertel aller Jugendlichen im Kanton eine Lehre machen, kann man nicht ignorieren. Und dass gerade die Informatiklehrlinge mit dem Stoff, den sie an der Berufsschule vermittelt bekommen, nicht zufrieden sind, sollte dem Bildungsdepartement zu denken geben. Es lohnt sich, hier genauer hinzuschauen – auch wenn die Lehrpläne in der Berufsbildung stark vom Bund vorbestimmt sind.

Natürlich hat die Regierung recht: Die IT-Offensive muss sich auf einige wenige Punkte konzentrieren, darf sich nicht verzetteln. Die Exekutive kommt nun aber angesichts der breiten Kritik kaum darum herum, die Massnahmen für die Berufsbildung noch auszuweiten. Das dürfte auch beim Volk gut ankommen, das dereinst über die Offensive abstimmen wird. Allerdings ist die Sache mit der Berufsbildung auch Ausdruck einer grundsätzlicheren Besorgnis bei Parteien und Verbänden: Nämlich, dass mit dieser Vorlage viel Geld in Forschung investiert wird, deren Wirkung in den Schulzimmern bescheiden bleibt, oder zumindest nur schwer abschätzbar ist. Hier gibt es Klärungsbedarf. Das Bildungsdepartement muss den Nutzen dieser Investitionen klarer zeigen. Und es muss bereit sein, Kooperationen über die Kantonsgrenzen hinaus zu suchen. Es ist unsinnig, wenn in der digitalen Bildung jeder Kanton für sich allein Lösungen entwickelt.

Schädlich wäre nun ein politisches Hickhack zwischen den Lobbyisten verschiedener Bildungsstufen. Lehrabgänger gegen Akademiker auszuspielen, bringt nichts. Die Wirtschaft braucht auf allen Ebenen gut ausgebildete Berufsleute. Und zugleich darf man sich trotz allem nicht der Illusion hingeben, gute Computerkenntnisse seien an sich bereits der Schlüssel zu einer rosigen beruflichen Zukunft. Mit Informatik allein ist es nicht getan.

Adrian Vögele

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