KOMMENTAR: Den Markt überschätzt

Nach nicht einmal einem halben Jahr ist schon wieder Schluss mit dem Linienflug Altenrhein - Friedrichshafen. Dass die Airline in ein zweites Flugzeug investiert habe, noch bevor das neue Angebot etabliert war, sei ein riskanter Schritt gewesen, schreibt Ostschweiz-Redaktor Adrian Vögele in seinem Kommentar.

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Im November flog dieser Jet zum ersten Mal von Altenrhein nach Friedrichshafen - nun ist bereits wieder Schluss mit dem Angebot. (Bild: Ralph Ribi)

Im November flog dieser Jet zum ersten Mal von Altenrhein nach Friedrichshafen - nun ist bereits wieder Schluss mit dem Angebot. (Bild: Ralph Ribi)

Der kürzeste internationale Linienflug der Welt: Mit diesem Slogan warb die People’s Viennaline für ihre neue Strecke Altenrhein-Friedrichshafen. 20 Minuten dauerte der "Überseeflug" gemäss Flugplan – das klang für viele wie ein Aprilscherz und machte Schlagzeilen im In- und Ausland. Nun ist es mit dem Angebot bereits wieder vorbei.

In Wahrheit war dieser Flug aber nur ein Nebenprodukt: Die Hoffnungen der Airline lagen auf der neuen Linie Friedrichshafen-Köln. Zwar war die Rede davon, dass dank des Kürzestflugs auch Passagiere aus der Ostschweiz und Vorarlberg die Verbindung nach Köln nutzen könnten. Doch von Anfang an war klar: Im Grunde diente der "Überseeflug" dazu, den Jet vom Heimatflugplatz Altenrhein nach Friedrichshafen zu verschieben, wo dann der Hauptteil der Fluggäste zusteigen sollte. Die Auslastung nach Köln musste auch deshalb besonders gut sein, weil die Wartungskosten aufgrund der Zwischenlandung höher ausfielen als bei einem Direktflug.

Über den Wolken...: Der Jet der People's Viennaline auf dem Erstflug von Altenrhein nach Friedrichshafen und weiter nach Köln. (Bild: Ralph Ribi)
18 Bilder
Gipfeli für die Passagiere. (Bild: Ralph Ribi)
Die Maschine nach dem Abflug in Friedrichshafen. (Bild: Ralph Ribi)
Bevor alles begann: Blick auf die bereitstehende Maschine in Altenrhein. (Bild: Ralph Ribi)
Die Passagiere besteigen die Maschine. (Bild: Ralph Ribi)
Frühmorgendliche Ankunft in Friedrichshafen. (Bild: Ralph Ribi)
Mit diesem Jet fand der Jungfernflug statt. (Bild: Ralph Ribi)
Die Sitzreihen waren gut gefüllt. (Bild: Ralph Ribi)
Die Maschine im Landeanflug auf Köln. (Bild: Ralph Ribi)
Geschafft: Der Jet der People's Viennaline ist in Köln gelandet. (Bild: Ralph Ribi)
Am Flughafen Köln wurde die Maschine mit Wasserfontänen begrüsst. (Bild: Ralph Ribi)
Am Flughafen Köln. (Bild: Ralph Ribi)
Blick ins Cockpit von aussen. (Bild: Ralph Ribi)
Der Jungfernflug wurde mit einer Embraer 170 von People's durchgeführt. (Bild: Ralph Ribi)
Fliegen ist ein Erlebnis - auch wenn das Vergnügen am Mittwochmorgen kurz war. (Bild: Ralph Ribi)
Blick ins Cockpit der People's-Maschine. (Bild: Ralph Ribi)
Auch das Personal freute sich auf den ersten Flug nach Friedrichshafen. (Bild: Ralph Ribi)
Auch am Flughafen Köln wurde der Erstflug registriert. (Bild: Ralph Ribi)

Über den Wolken...: Der Jet der People's Viennaline auf dem Erstflug von Altenrhein nach Friedrichshafen und weiter nach Köln. (Bild: Ralph Ribi)

Hier hat die People’s Viennaline den Markt überschätzt. Auf einer Strecke notabene, auf der innert weniger Jahre bereits drei andere Fluggesellschaften gescheitert sind. Dass die Airline in ein zweites Flugzeug investierte, noch bevor sich das neue Angebot etabliert hatte, war vor diesem Hintergrund ein riskanter Schritt. Es geht dabei nicht nur um die Maschine allein, sondern auch um zusätzliches Personal. Nun muss sich zeigen, ob die Airline die Kapazität anderweitig nutzen kann. Einfach wird das nicht.

Adrian Vögele
adrian.voegele@tagblatt.ch