Kommentar
Das Line-up des Open Air St.Gallen 2022: Ein Coup und viel Erwartbares

Die Rückkehr von Muse ins Sittertobel ist ein Glücksgriff für das Open Air St.Gallen. Ansonsten präsentiert sich das Line-up der kommenden Ausgabe weitgehend überraschungsfrei. Nach zwei Jahren Durststrecke ist das aber nicht weiter schlimm.

Luca Ghiselli
Luca Ghiselli
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Nach zwei Jahren ohne OASG sollen nächstes Jahr wieder Bands im Sittertobel auftreten.

Nach zwei Jahren ohne OASG sollen nächstes Jahr wieder Bands im Sittertobel auftreten.

Bild: Michel Canonica (30. Juni 2019)

Was die Verantwortlichen des Open Air St.Gallen am Donnerstag als Line-up 2022 präsentiert haben, ist zu grossen Teilen das Line-up 2020. Und das Line-up 2021. Das wurde bereits im Voraus angekündigt und ist angesichts der grösstenteils positiven Resonanz auf die damals angekündigten Bands nicht weiter überraschend. Auch die pandemiebedingt schwierige Booking-Situation hat dazu beigetragen.

Ein Coup ist den Veranstaltern aber doch gelungen: Muse kehren nach 18 Jahren ins Sittertobel zurück. Die Briten füllen Stadien auf der ganzen Welt, sind ein veritables Flaggschiff der zeitgenössischen Rockmusik. Ein würdiger Headliner für die Restart-Ausgabe also, zumal es mittlerweile alles andere als selbstverständlich für ein Festival wie das Open Air St.Gallen ist, solch grosse Fische an Land ziehen zu können.

Sonst überzeugen die neuen Namen im Vergleich zu den Ausfalljahren vor allem in den unteren Regionen des Line-ups. Die St.Gallerin Priya Ragu kehrt nach ihrem internationalen Durchbruch zurück in die Ostschweiz, die Berner Jeans for Jesus sind für ihre Livequalitäten bekannt, der Dresdner DJ Purple Disco Machine macht seinem Namen alle Ehre.

Trotzdem würde man sich als treuer Festivalbesucher die eine oder andere Überraschung mehr wünschen. Vieles ist etwas gar erwartbar. Muss Stress schon wieder sein? Gibt es so etwas wie eine Patent-Ochsner-Überdosis? Und passt Loco Escrito ins Tobel?

Egal, werden letztlich die meisten Festivalbesucherinnen und Festivalbesucher auf diese Fragen antworten. Nicht zu Unrecht. Hauptsache wieder Open Air, Hauptsache wieder Leben im Sittertobel am letzten Juniwochenende. Es hat gefehlt.

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