Kolumne

Lü: Umwälzungen in der Pfalz

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger.

Silvan Lüchinger.

Bild: Coralie Wenger

Also doch: Bruno Damann tritt zurück. Der Vorsteher des St.Galler Gesundheitsdepartements konnte dem Druck, den Grüne, Junge Grünliberale und vor allem die Jungsozialisten aufgebaut hatten, nur wenige Tage widerstehen. Jetzt ist Damann, in seinem früheren Leben Arzt, unter der Beweislast zusammengebrochen. Die drei staatstragenden Parteien haben sich durchgesetzt ihre Stimmen dürften im Kanton St.Gallen künftig noch mehr Gewicht haben als bisher schon.

Damanns Fehlverhalten wiegt in der Tat schwer. Er hat sich – als Regierungspräsident, notabene – zur Behauptung verstiegen, sterben sei ein Teil des Lebens. Und die wahre Gefährlichkeit der Corona-Pandemie werde sich erst in gebührendem zeitlichem Abstand beurteilen lassen. Das sind ungeheuerliche Aussagen.

Wo doch im Kanton St.Gallen seit Jahren niemand mehr gestorben ist.

Es sei denn aus Verzweiflung über das Verhalten mancher Parteien und Politiker, die Objektivität und Wahrheit als ihr Eigentum betrachten.

Eine Ersatzwahl für Damann wird es angesichts der besonderen Umstände nicht geben. Das dauerte zu lange. Als Nachfolger des Gossauers wird der Wiler Neu-Gemeinderat und Jungsozialist Timo Räbsamen in die Regierung einziehen. Er gilt bereits jetzt als der starke Mann in der Pfalz. Räbsamen dürfte aber nicht das Gesundheits-, sondern das Justiz- und Polizeidepartement übernehmen. Der jetzige Departementsvorsteher Fredy Fässler wird ebenfalls zurücktreten, oder dann die Corona-Bekämpfung übernehmen müssen. Streng nach den moralisch-ethischen Prinzipien von Grünen, JGLP und Juso.

In einem ersten Schritt dürfte Räbsamen das Justiz- und Polizeidepartement in Gerechtigkeitsdepartement umbenennen. Die Polizei wird aufgelöst und abgeschafft. Eine konsequente Massnahme, da dort ohnehin nur Bastarde tätig sind, wie Räbsamen unlängst bekräftigt hat. Was mit den Polizistinnen und Polizisten nach ihrem Rauswurf geschieht, ist ungewiss. Denkbar scheint, dass sie im Sinne eines Entgegenkommens an die Grünen als Verkehrsüberwacher mit Bussenkompetenz arbeiten können. Auf privater Basis natürlich, und mit Leistungslohn.

Und Bruno Damann?

Als eigentlicher Verursacher der Pandemie im Kanton ist er politisch lebenslänglich gesperrt und für alle staatlichen Gebäude und Einrichtungen mit einem Hausverbot belegt. Also wird er am ehesten in den angestammten Beruf als Arzt zurückkehren. Zum Sterben als Teil des Lebens und zu Corona darf er sich höchstens im Kreis seiner Familie äussern. Immerhin ist ihm freigestellt, Patienten jeglicher Parteicouleur zu behandeln. Wie man ihn kennt, wird er auch kranke Grüne, Junggrünliberale und Jungsozialisten nicht abweisen. Und er wird ihnen, ob sie es hören wollen oder nicht, über ihren Zustand seine Meinung sagen. Natürlich nur die medizinische. Für andere sind sie ohnehin taub.