Kolumne
Lü: Vermisst: wertvoller Oldtimer

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger.

Silvan Lüchinger.

Bild: Coralie Wenger

Der FC St.Gallen hat in der abgelaufenen Saison doch noch etwas gewonnen: den Titel der fairsten Mannschaft. Das ist dem Verband immerhin 50000 Franken wert. Die anderen Mannschaften der Super League mögen den St. Gallern diesen Titel von Herzen gönnen. Er bedeutet eben auch, dass ihnen die Ostschweizer am wenigsten weh getan haben.

«Ein Blick auf die Grafen der verschiedenen Länder reicht, um zu dieser Erkenntnis zu kommen.» Wer einem Grafen in den Rachen schaut, erkennt vielleicht eine Grafik.

Der grösste Hüpfburgenpark der Schweiz kehrt nach einem Jahr Unterbruch zurück ins Appenzellerland. Ab dem 10. Juli laden in Bühler Wasserrutschen und Hüpfburgen zum Ferienplausch ein. Damit es auch in Bühler nebst abwärts zwischendurch auch mal aufwärts geht.

Dem Städtchen Arbon fehlt noch einiges zur Vollkommenheit. Unter anderem ein wertvoller Oldtimer, der einst in der Firma Saurer als Löschwagen diente, und von dessen Typ es weltweit nur noch drei Stück gibt. Gehören tut das automobilistische Juwel der Feuerwehr – aber seit drei Jahren ist es verschwunden. Angeblich wurde der Wagen bei einem Sammler eingestellt und sollte dort restauriert werden. Nun gibt es besorgte Gemeinderäte, die argwöhnen, das Schmuckstück existiere vielleicht gar nicht mehr. Ihnen sei versichert: Die Feuerwehr, die gibt es noch.

In Diepoldsau wird aus einer Baustelle Grundwasser abgepumpt. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches. Nur: Das Grundwasser stinkt nach faulen Eiern. Nicht weil dort früher solche vergraben wurden, sondern weil es stark eisenhaltig ist und beim Kontakt mit Sauerstoff ein schwefliger Geruch entsteht. Die Anwohner stört’s, aber an sich können sie froh sein. Würde man an anderen Orten graben, könnte es noch ganz anders stinken.

Wie viele andere hat auch die katholische Pfarrei Teufen-Bühler-Stein in den vergangenen Monaten ihre Gottesdienste per Internet übertragen. Das überraschende Ergebnis: die Besucherzahl war bei den Online-Gottesdiensten deutlich grösser als sonst. Das kann ja wohl nur eines bedeuten: Die Leute wollen nicht gesehen werden, wenn sie in die Kirche gehen.

Die St.Galler Regierung ist für die Einführung des Ausländerstimmrechts auf Gemeindeebene. Die SVP kann mit dieser Idee hingegen nichts anfangen. In ihrer Stellungnahme argumentiert die Partei: «Es kann nicht das Ziel einer Stimmrechtsrevision sein, dass die Gemeinden letztendlich Abstimmungsunterlagen auf Albanisch, Arabisch und Englisch anbieten müssen.» Und vor allem: Wer kann schon kontrollieren, was da alles drin steht?

Der Bundesrat hat als Hintergrund für sein Gruppenbild das Bundeshaus gewählt. Die Ausserrhoder Regierung wurde vom Fotografen vor eine Solaranlage montiert. Noch schlimmer wäre nur das Spital Heiden gewesen.