Kolumne
Lü: Sensible Männer halten sich zurück

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger.

Silvan Lüchinger.

Bild: Coralie Wenger

Frauen vom Verein Wiler Frauentag haben am Lotti Ruckstuhl-Thalmessingerweg eine Gedenktafel angebracht. Damit die Passanten überhaupt wissen, wer die Frau war, die dem Weg den Namen gegeben hat. Jetzt hat die Stadt die Informationen über die Frauenrechtlerin wieder abgehängt. 50 Jahre Frauenstimmrecht sind genug. Man muss nicht jeden Tag auch noch daran erinnert werden.

Anita Buri hat sich Anfang Jahr die Haare ganz kurz schneiden lassen, «weil wir uns gerade in einer extremen Zeit befinden». Sie müsse diese Zeit für sich markieren und habe das mit dem radikalen Kurzhaarschnitt getan, sagt die ehemalige Miss Schweiz. Einfachere Gemüter gehen zum Coiffeur, weil sie einen Haarschnitt brauchen.

«Seit ich mich erinnern kann, bin ich mit der Welt unzufrieden», schreibt Andrea Scheck auf Facebook. Der Satz ist Teil ihrer Bewerbung um das Präsidium der SP-Kantonalpartei St. Gallen. Nachdem keine anderen Kandidaturen vorliegen, wird es wohl auch so kommen. Und ab dann, da sind wir uns sicher, wird die Welt eine bessere sein.

Karin Hasler, eine andere junge SP-Frau, hätte zwar auch Lust auf die Nachfolge von Max Lemmenmeier, hat aber keine Kapazitäten. Weiterhin will sie aber gegen die «beherrschende Position alter, grauer Männer» in diesem Kanton kämpfen. Brav so. Erst recht, wenn sie in der eigenen Partei damit anfängt.

Männer haben sich für SP-Präsidium gar nicht erst gemeldet. «Die Männer sind für Frauenanliegen hoch sensibilisiert und halten sich zurück» erklärt der politische Sekretär Guido Berlinger-Bolt. Ihre Stunde könnte in 25 oder 30 Jahren schlagen. Wenn es dann heisst: Weg mit den beherrschenden alten, grauen Frauen. Vorausgesetzt, die St. Galler SP nimmt dann überhaupt noch Männer auf.

Die Arbobahn, eine Seilbahn von Arbon zum Bahnhof Roggwil-Berg, soll für die Region Arbon den Bahnanschluss an die Linie Romanshorn–St. Gallen ermöglichen. Kostenpunkt: rund 40 Millionen Franken. Der Idee schlägt aber auch Skepsis entgegen. Einsprachen verschiedenster Art scheinen garantiert. Vielleicht müsste man die Seilbahn bis in den Kybunpark verlängern. Dort stehen so hohe Fussballtore, dass die Netze nicht mehr vom Boden aus eingehängt werden können.