Kolumne
Lü: Poser posen jetzt auswärts

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger.

Silvan Lüchinger.

Bild: Coralie Wenger

Der St.Galler Kantonsrat will von einem Stimm- und Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer auf kommunaler Ebene nichts wissen. Er lehnte eine Motion der Grünen mit 73 zu 35 Stimmen klar ab. Die Regierung hatte das Anliegen unterstützt. Sie ist zurecht abgestürzt. Man muss den Ausländern nun wirklich nicht alles geben. Es reicht, wenn sie Steuern zahlen dürfen.

«Stefan Küng verteidigt das Leadertrikot mit Erfolg.» Ohne Erfolg ginge irgendwie nicht auf.

Legales Glyphosat?

Walter Walser aus Wald ist seit 40 Jahren nebenberuflich Imker. Seit zehn Jahren pflegt er in Heiden am Gstaldenbach sein Bienenhaus mit Namen Paradiesli. In unmittelbarer Nähe hat ein Bauer Nordmann-Tannen gepflanzt – und gegen das hochschiessende Gras den umstrittenen Unkrautvertilger Glyphosat eingesetzt. Das sei legal, betont er – und gehört damit wohl zu jenen Bauern, von denen der Verband sagt, es gebe sie gar nicht.

«Untötliches Edelstahl gegen den Vandalismus.» Untödiger Vandalismus am Deutsch.

Der Feind in der eigenen Partei

Die nächsten Bundesratswahlen stehen zwar nicht gerade vor der Haustür. Aber die kluge Frau sorgt vor. Darum hat FDP-Bundesrätin Karin Keller-Sutter an der Versenkung des Rahmenabkommens mit der EU mitgewirkt – weil das ihre Chancen auf eine Wiederwahl erhöht. So mindestens sieht es der St.Galler Unternehmer und ehemalige Präsident der Economiesuisse, Ueli Forster. Die Bundesrätin habe, lässt er durchblicken, ihre persönlichen über die Interessen des Landes gestellt. Wahrlich – wer solche Parteifreunde hat, braucht keine Feinde mehr.

«Es sei an vielen Orten wettertechnisch schön geblieben.» An anderen Orten war es gewittertechnisch nass.

Sozialdemokratisches Luxusproblem

Die Thurgauer SP möchte die Ettenhauser Kantonsrätin und Aadorfer Parteipräsidentin Barbara Müller gerne loswerden. Der Aufforderung zum Parteiaustritt will die Coronaskeptikerin und Massnahmengegnerin aber nicht Folge leisten. «Ich sehe nicht ein, weshalb ich das tun sollte», sagt sie klipp und klar. Wie die Sache ausgeht, ist offen. Klar ist nur: Die Thurgauer Sozialdemokraten haben ein Luxusproblem. Während andere Parteien keine Mitglieder reinbringen, bringen sie ihre missliebigen nicht raus.

«Glasfaser kommt an die Urne.» Zu Fuss?

Die Konstanzer schlagen zurück

Nachdem die hiesige Polizei sie immer heftiger bedrängt, weichen die Schweizer Autoposer nach Deutschland aus. Mehrere hundert von ihnen trafen sich unlängst in Singen und nachts dann in Konstanz zu ihrem sinnfreien Tun. Doch die Konstanzer schlagen zurück. Ihre Schulschlussparties finden neuerdings nicht mehr daheim, sondern im Kreuzlinger Seepark statt. Der kleine Unterschied: Die Poser nehmen ihre Autos wieder mit, die Schüler lassen den Abfall in der Schweiz.

«… zum Kurzbraten oder Grillen ohne Gentechnik.» Simple Holzkohle tuts auch.

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