Kolumne
Lü: Lockdown für den Lockdown

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger.

Silvan Lüchinger.

Bild: Coralie Wenger

Die Impfrate steigt, die Anzahl der Neuinfektionen sinkt. Parallel zu dieser Entwicklung lockert der Bundesrat die Massnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie. Bereits seit einiger Zeit sind die Läden wieder offen; Ende Monat dürfen wieder Veranstaltungen mit mehr Publikum als jetzt stattfinden und die Restaurants ihre Innenräume zugänglich machen.

Kurz und gut: Es sieht so gut aus wie lange nicht mehr. Darum ist es höchste Zeit, dass das «Aktionsbündnis Ostschweiz» auf den Plan tritt. Es will den Lockdown und sämtliche Zwangsmassnahmen so schnell wie möglich beenden. Allein schaffen das Präsident Karl Müller, der Kybun-Erfinder, und seine Mitstreiter aber nicht. Auch wenn sie Roland Rino Büchel, Mike Egger und David Zuberbühler heissen und im Nationalrat sitzen. Zusätzlich ein paar Dutzend Kantons-, Gemeinde- und andere Räte reichen ebenfalls nicht. Sympathisanten müssen her. Und zwar in Massen. 100'000 und mehr sollen es sein.

Liste der Unwählbaren in Vorbereitung

Aber: Sympathisant des «Aktionsbündnis Ostschweiz» kann nicht jeder werden. Die Anforderungen sind hoch. Nur wer für Freiheit, Wahrheit, Respekt, Hoffnung, Frieden, Eigenverantwortung und Demokratie einsteht, kommt überhaupt in Frage. Und nur wer sich bereit erklärt, keine «Lockdown-Politiker» mehr zu wählen, ist ein wahrhafter Sympathisant. Eine Liste der Unwählbaren ist in Vorbereitung und wird nachgereicht. Jene der noch Wählbaren selbstredend auch. Es ist anzunehmen, dass die erwähnten Nationalräte zuoberst aufgeführt sind.

Für die führenden Köpfe des Aktionsbündnisses ist gemäss ihrer Website klar: Es gibt keine Untersuchungen, die belegen, dass ein Lockdown oder sonst irgendeine Massnahme gegen die sogenannte Coronapandemie hilft. Also weder Maskentragen noch Abstand halten, und schon gar keine Impfung. Die Schlussfolgerung daraus: «Auch in Zukunft darf es nie mehr einen Lockdown geben, solange wir nicht eine echte Pandemie haben.»

Warten auf die «echte Pandemie»

Was eine «echte Pandemie» ist, bleibt vorderhand undefiniert. Gut 10'000 Menschen, die allein in der Schweiz an oder mit Corona gestorben sind, reichen dafür jedenfalls nicht. Mit Indien oder Brasilien wollen wir uns ja nicht vergleichen. Zumal Ausländer ohnehin zu Übertreibungen neigen.

Geahnt haben wir es immer. Jetzt wissen wir es. Darum gilt ab sofort: Gegen jeden Maskenzwang – für die volle Infektionsfreiheit. Gegen den Schlendrian an unseren Spitälern – für gut gefüllte Intensivstationen.