Kolumne
Lü – Gesucht: Ein Wappentier für die Schweiz

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger.

Silvan Lüchinger.

Bild: Coralie Wenger

Bad Ragaz, Flums, Mels, Pfäfers, Quarten, Sargans, Vilters-Wangs und Walenstadt. Das sind – vielleicht – die künftigen Besitzer des Spitals Walenstadt. Betreiben soll es das Bündner Kantonsspital in Chur. Nicht ausgeschlossen ist, dass die acht Gemeinden dereinst auch politisch dem Kanton Graubünden zugeschlagen werden. Um für alles gerüstet zu sein, haben inzwischen alle Gemeindepräsidenten eine Zweitausbildung als Hebammeriche begonnen.

«Dort eröffnet am Samstag der Aussenbereich des Restaurants, das trotz seiner mehr als nur edlen Gestaltung Büzer, Familien und Geniesser gleichermassen willkommen heisst.» Das sind dann wohl Büezer in Kurzarbeit.

St.Gallen wird beim Bund vorstellig in Sachen Bahnausbau 2035. Die Idee: Die schnellen Züge Zürich–St.Gallen sollen mit Halt in Wil, aber ohne Halt am Flughafen verkehren. Ganz nach dem Motto: Wer von Wil aus zum Flughafen will, soll gefälligst zu Fuss gehen.

«Wir sind auf der letzten Runde der Schlussgeraden.» Was jetzt – rundum oder geradeaus?

Prinz Emanuel von und zu Liechtenstein, soll in Rumänien einen Bären geschossen haben. Er hiess Arthur und war angeblich der grösste seiner Art in ganz Europa. Ob ihm die Trophäe – wie einst dem rumänischen Diktator Ceausescu – vor die Flinte getrieben wurde, ist nicht bekannt. Weil der Prinz zur ganzen Angelegenheit nichts sagen will. Klar scheint aber jetzt, warum der Prinz in Österreich lebt. Weil es im Fürstentum nur noch Bären gibt, die man dem Volk aufbinden kann.

«Der Ehemann von Queen Elizabeth starb am 9. April mit 99 Jahren. Die offizielle Sterbeurkunde belegt, dass sein Tod auf das hohe Alter zurückzuführen ist.» Interessant – darauf wären wir nie gekommen.

«Würscht für St Gallen». Unter diesem Motto haben die Jungfreisinnigen Kanton St.Gallen am Marktplatz Bratwürste verkauft. Die Aktion sollte gleichzeitig die Frage klären, ob sich das Motiv auch für die nächste Wahl des Stadtparlaments eignen würde.

«Es habe im vergangenen Jahr eine Handvoll Parlamentsmitglieder gegeben, die aufgrund der Pandemie nicht mehr an der Pandemie teilgenommen hätten.» Überall kann man ja wirklich nicht mitmachen.

Nach endlosen Zwistigkeiten hat der Steckborner Stadtpräsident Roman Pulfer genug – er tritt per Ende Mai zurück. Seinen Lohn allerdings erhält er gemäss Beschluss des Stadtrates bis Ende Jahr. Ein Skandal, wie manche meinen? Nein. Es ist eben nicht dasselbe, ob einer politisch oder finanziell sein Pulver verschossen hat.

Der Verein Nationaltier Schweiz ruft zur Wahl eines Tieres auf, das die Schweiz emotionaler symbolisieren soll als das Schweizerkreuz. Zur Auswahl stehen der Steinbock, der Bär, die Kuh und der Löwe. Treffender wäre vielleicht der Mungg: Grossspurig pfeifen und bei der geringsten Gefahr ab ins Loch.