Kolumne
Lü: Geschuftet für zwei

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger.

Silvan Lüchinger.

Bild: Coralie Wenger

Die Anzeichen mehren sich, dass Ueli Maurer den Bundesrat bald verlässt. Ein Abgang in Ehren wäre ihm zu gönnen – dann kann er endlich anziehen, was er will. Turnerleibchen, Edelweisshemd oder Trychler-Schlutte – er weiss eh nicht, wofür sie stehen.

In Mogelsberg ist ein Altersheim für Papageien eröffnet worden. Solange es Platz hat, werden auch ungefiederte Nachplapperi aufgenommen.

Geschuftet für zwei

Die Thurgauer Kantonsangestellten werden neu qualifiziert. Statt A, B, C, D heisst es neu: sehr gut erfüllt, gut erfüllt, erfüllt, teilweise erfüllt, nicht erfüllt. Wer erfüllt hat, hat seinen Job gemacht. Wer gut erfüllt hat, hat sogar mehr getan – und wer sehr gut erfüllt hat, hat geschuftet für zwei. Das heisst, ein anderer kann entlassen werden.

«Der Führerausweis wurde dem Mann wegen Alkoholsymptomen abgenommen.» Ja wenn sogar der Ausweis angetrunken ist ...

Die Standeskommission von Appenzell Innerrhoden verlangt, dass der Bund die Kostenübernahme für Covid-19-Tests bis Ende Jahr verlängert. Das ist keine progressive Anwandlung – Innerrhoden hat ganz einfach die tiefste Impfquote aller Kantone.

«Die spanische La Liga war einst das Mass aller Dinge. Die beste Fussballliga der Welt. Eine Liga, in die es die filigransten Ballkünstler hinschlug.» Bis sie dort umgeschlagen wurden.

Boxring im Stadtrat

Wenige Stunden vor dem Start des Meetings in der alten Kreuzbleichehalle stellten die Organisatoren vom Boxclub St.Gallen fest: Der Boxring ist weg. Gestohlen? Entsorgt? Die Polizei hat ermittelt und festgestellt: Irrtümlich entsorgt. Gerüchte wollen allerdings wissen, dass der Ring jetzt im Sitzungszimmer des Stadtrates steht.

«Katholischer Kirchenchor Berg steht am Abgrund.» Morgen ist er vielleicht einen Schritt weiter.

Das Bäckergewerbe leidet unter Nachwuchsmangel. Gute Werbeideen sind gefragt. Darum zeigen sich leicht oder gar nicht bekleidet mehrere Thurgauer Bäckerinnen ab nächstem Jahr in einem Bäckerinnenkalender. Das privat lancierte Projekt soll die Branche und die dazugehörige Ausbildung wieder attraktiver machen. Mal sehen, was danach die Metzgerinnen bieten.

Ein Dorf will Chef werden

«Muolen – liebens- und lebenswertes Dorf bewirbt sich bei menschenliebender und bodenständiger Persönlichkeit als Gemeindepräsidentin/Gemeindepräsident.» Muolen sucht gar keinen neuen Präsidenten – es will selber Chef werden.

Die St.Galler Regierung hat ihre Vorschläge für ein nächstes Sparpaket präsentiert – und natürlich hagelt es Kritik von allen Seiten. Insbesondere Sparmassnahmen in den Bereichen Bildung und Innovation kommen unter die Räder. Warum eigentlich? Die Ostschweizer gelten bei den Miteidgenossen eh nicht als die Schlausten.