Kolumne
Lü: Auch für Schneemänner besteht eine Maskenpflicht

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger.

Silvan Lüchinger.

Bild: Coralie Wenger

Nun haben wir sie, die neuen Coronamassnahmen des Bundesrats. Was sich jetzt schon sagen lässt: Nützen werden sie nicht viel. Zu kompliziert, zu wenig griffig. Dabei liesse sich die Pandemie mit einer Handvoll Regeln rasch und nachhaltig unterbinden. Man müsste nur wollen.

In kinderlosen Familien ist auf Christbäume in der privaten Stube zu verzichten. Der Mensch, der sie geschlagen hat, ist ein potenzieller Virenträger. Rundweg verboten sind exotische Arten wie Blautannen oder Nordmanntannen. Obwohl schon lange auch hierzulande angepflanzt, stammen beide aus dem Ausland, sind also Grenzgängerinnen. Der österreichische Bundeskanzler Kurz hat richtig erkannt: Das macht sie verdächtig.

Corona-Informationstafeln an Strassen und auf Plätzen bleiben erlaubt. Sie dürfen aber nur im Vorbeigehen gelesen werden. Stehen bleiben, ist verboten. Kurzsichtige haben einen ärztlichen Dispens vorzuweisen oder müssen sich den Inhalt erzählen lassen.

Eltern mit mehr als einem Kind müssen sich wegen der Zwei-Haushalte-Regel entscheiden, mit welchem sie Weihnachten feiern. Dabei darf kein Kind bevorzugt werden. Ein mögliches Entscheidkriterium ist der Wert der zu erwartenden Geschenke.

In den Beizen ist Trinken nur aus einem persönlich mitgebrachten Glas erlaubt. Bier muss selber gezapft, Wein von eigener Hand eingeschenkt werden. Vor dem Begleichen der Rechnung hat das Personal zuerst den Gast und dann das eingenommene Geld zu desinfizieren. Abschliessend erfolgt eine umfangreiche Selbstdesinfektion. Das Prozedere erfolgt für jeden Gast einzeln.

Skifahren über die Festtage bleibt grundsätzlich erlaubt. Zu benutzen sind Strassenböschungen, Stalldächer und selber aufgetürmte Schneehügel. Aufstiegshilfen sind verboten; pro Anlage und Tag ist nur ein Benutzer zugelassen. Für zuschauende Schneemänner besteht Maskenpflicht. Für das Nasenrüebli darf ein Loch ausgeschnitten werden.

Hallenbäder bleiben grundsätzlich offen. Auch unter Wasser ist eine Maske zu tragen. Wird diese nass, ist sie zu wechseln. Blaue Masken sind wegen schlechter Sichtbarkeit nicht erlaubt, rote und grüne aus politischen Gründen nicht.

Alleinstehende dürfen auch während der Fasnacht als Einzelmasken auftreten. Schutzmasken gelten nicht als Fasnachtsmasken. Unter der Fasnachtsmaske ist aber eine solche zu tragen. Gegenüber Kontrollpersonal ist die Fasnachtsmaske ohne Aufforderung zu lüften. Wer erkannt wird, bleibt bussenfrei.

Verstösse gegen die verschärften Schutzmassnahmen werden gebüsst. Wer als aufmerksamer Nachbar oder Passant mindestens drei Verstösse zur Anzeige bringt, bleibt anonym und erhält einen Frühimpfer-Gutschein.

Erotikbetriebe bleiben tagsüber offen. Die Fenster müssen ständig geöffnet sein und für Begegnungen gilt die Zwei-Haushalte-Regel. Konkrete Geschäftsbeziehungen dürfen maximal eine Viertelstunde dauern und haben ohne Körperkontakt zu erfolgen. Auch in den Kindertagesstätten ist singen strikte verboten. Kleinkinder, die sich nicht daran halten, werden für mindestens zwei Stunden in einem dunklen Raum isoliert. Im Wiederholungsfall sind sie der Kesb zu melden und psychologisch abzuklären. Ausländischen Eltern droht der Landesverweis.

Zu guter Letzt: Mitglieder des Bundesrats und der Kantonsregierungen sind ab sofort vogelfrei. Sie dürfen angerempelt, angehustet, beschimpft und in den Strassengraben gestossen werden. Da sie einer Risikogruppe angehören, ist von Gewalt ihnen gegenüber aber abzusehen.