Kolumne
Lü: Der Rosenberg rutscht stadtwärts

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger.

Silvan Lüchinger.

Bild: Coralie Wenger

Die Gemeinde Mörschwil will in ihrem Mitteilungsblatt kein Inserat, das eine Frau beim Bügeln zeigt. Das sei sexistisch, meint auch die Gemeindepräsidentin. Seither sind in Mörschwil auffallend viele geschlossene Fensterläden zu sehen. Die Frauen dahinter haben Angst, dass sie bei der Hausarbeit erwischt und für ihr unsittliches Tun womöglich noch gebüsst werden.

«Der letzte Zwick an der Geisel.» Geiselnahme ist verboten und Geiseln mit Geisseln zwicken auch.

Der Rosenberg gilt als die bevorzugte Wohnlage der reichen St.Galler. Doch nun könnte es dort oben ungemütlich werden. Der Hang bewegt sich, der Höhenweg zeigt Risse und Verwerfungen. Er muss dringend saniert werden. Unter den Villenbesitzern geht die Angst um, dass auch das eine oder andere Haus ab­rutschen könnte. Derweil verweisen die Städter unten im Tal auf eine alte Fliegerweisheit: Runter kommen sie alle.

Die Rorschacher Hauptstrasse ist eine bekannte Bühne für Autoposer. Doch damit ist es jetzt für längere Zeit vorbei. Eine mehrjährige Baustelle erschwert den Auspuff­fetischisten ihre lauten Schaufahrten. Aufgeben wollen aber offensichtlich nicht alle – bereits wurden erste Zufussposer beim Ausleben ihres Triebs beobachtet.

«Sie stellen Tinkturen und homöopathische Arzneimittel her, die sie in 50 Länder ex­pandieren.» Im Gegensatz zu exportieren ist das klima­neutral.

Für das Statthalteramt in Appenzell Innerrhoden stehen am 9. Mai die amtierende Frau Statthalter Monika Rüegg Bless und Barbara Nef-Manser als Gegenkandidatin zur Wahl. Für kommende Woche war ein Wahlpodium angesetzt, doch dieses ist jetzt geplatzt. Herausforderin Barbara Nef-Manser hat ihre Teilnahme abgesagt. Ob sie im Falle einer Wahl an den Sitzungen der Standeskommission teilnähme, ist nicht bekannt.

Drei St.Galler CVP-Kantonsräten macht der Wolf Bauchweh. In einer Interpellation weisen sie darauf hin, dass sich die Wolfspopulation in der Schweiz seit 2016 mehr als verdoppelt habe und mit weiteren Rudelbildungen auf St. Galler Boden zu rechnen sei. Ohne gezielte Massnahmen drohe die Situation, bald zu eskalieren. «Wir laufen Gefahr, dass Alpen gar nicht mehr bestossen werden und abgelegene Berglandwirtschaftsbetriebe mittelfristig aufgegeben werden müssen», heisst es im politischen Vorstoss weiter. Abgenagte Knochen sind zwar aufgetaucht, aber wie viele St. Galler Bergbauern seit 2016 bereits gefressen wurden, ist nicht bekannt.