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Kantonsgericht senkt Freiheitsstrafe gegen Kokaintransporteur von sechs auf fünf Jahre

Zusammen mit einem Kollegen hat ein Albaner elf Kilo Kokain von Amsterdam eingeführt. Dafür hat er eine Haftstrafe von sechs Jahren erhalten. Das Kantonsgericht St. Gallen reduzierte nun das Strafmass um ein Jahr.
Claudia Schmid
Der Prozess fand am Kantonsgericht St. Gallen statt (Gian Ehrenzeller/Keystone)

Der Prozess fand am Kantonsgericht St. Gallen statt (Gian Ehrenzeller/Keystone)

Der Beschuldigte wohnte als Tourist in St. Gallen, als er im Mai 2015 verhaftet wurde. Er sei unter Druck gestanden, weil er in seiner Heimat Spielschulden von über 11 000 Euro angehäuft habe, erzählte er am Kantonsgericht St. Gallen. Um zurückzahlen zu können, habe er sich auf den Kokaindeal eingelassen.

Er und sein Kumpan, den er in Arbon kennen gelernt hatte, fuhren mehrmals nach Amsterdam, holten dort das Kokain und brachten es ihrem Auftraggeber in der Schweiz. Einmal habe er 1500 Franken, einmal rund 1000 Franken dafür erhalten, erklärte er. Laut den Angaben des Beschuldigten konsumierte er selber unregelmässig Kokain. Das Kreisgericht St. Gallen hatte den Mann im August 2017 wegen schwerer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfacher Geldwäscherei, Widerhandlung gegen das Waffengesetz und Widerhandlung gegen das Ausländergesetz verurteilt. Es sprach eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren, eine Geldstrafe und eine Busse aus.

Einfache Drogentransporteure

Der Verteidiger machte in seinem Plädoyer geltend, dass der Kumpan von der Vorinstanz zu lediglich 3,5 Jahren Freiheits­strafe verurteilt worden sei. Die beiden hätten in etwa die gleiche Rolle beim Kokaintransport gespielt. Beide seien einfache Drogentransporteure gewesen. Deshalb sei es unverständlich, weshalb die Vorinstanz für seinen Mandanten eine derart höhere Sanktion ausgesprochen habe. Diese habe mit den sechs Jahren den Bogen eindeutig überspannt. Der Beschuldigte sei nur ein kleines Rädchen im internationalen Drogenhandel.

Der Beschuldigte sei voll­umfänglich geständig und habe keine Vorstrafen, erklärte der Verteidiger weiter. Aus diesem Grunde und im Sinne der Rechtsgleichheit sei es gerechtfertigt, die Strafe der Vorinstanz zu senken. Aufgrund seiner Schulden sei er dem unbekannten Haupttäter und professionellen Drogenhändler ausgeliefert ge­wesen. Der erste Staatsanwalt beantragte die Abweisung der Berufung und die Bestätigung des Urteils der Vorinstanz in allen Punkten. Das Kreisgericht St. Gallen habe die Geständnisbereitschaft des Beschuldigten im Strafmass berücksichtigt, doch handle es sich nur um ein Teilgeständnis. Durch den Drogenhandel hätten der Beschuldigte und seine Freundin gut ­gelebt.

Die Rollenverteilung zwischen ihm und seinem Kumpel sei nicht identisch gewesen. Er habe eindeutig eine wichtigere Rolle eingenommen. Während der Kumpan ein Transporteur ­gewesen sei, müsse man den ­Beschuldigten als Spediteur bezeichnen. Die angeblichen Schulden und Abhängigkeit von einem Auftraggeber seien nirgends ­dokumentiert. Laut dem Ersten Staatsanwalt muss der Mann mit einem Auslieferungsgesuch aus Italien und einem weiteren Strafverfahren rechnen, da ihm zwei Drogentransporte im Jahre 2014 zwischen der Schweiz und Italien vorgeworfen werden.

Strafe auf fünf Jahre gesenkt

Das Kantonsgericht St. Gallen hat die Freiheitsstrafe gegenüber der Vorinstanz um ein auf fünf Jahre gesenkt. Zudem hat es eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 10 Franken und eine Busse von 300 Franken gesprochen.

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