Kölliker fordert Angleichung der Schulmodelle in der Ostschweiz

Kommentar

Christian Kamm
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Für ihn ist der Fall klar: ein Befürworter des Frühfranzösischunterrichts vor dem Frauenfelder Rathaussaal. (Bild: Walter Bieri/Keystone)

Für ihn ist der Fall klar: ein Befürworter des Frühfranzösischunterrichts vor dem Frauenfelder Rathaussaal. (Bild: Walter Bieri/Keystone)

Einschätzung Was Thurgauer Gegnern des Französischunterrichts in der Primarschule vorschwebt, ist in Appenzell Innerrhoden längst Usus: Dort wird Französisch erst ab der Sekundarstufe unterrichtet. Ob er eine Angleichung an dieses Modell gut fände, dazu wollte sich der Innerrhoder Bildungsdirektor Roland Inauen gestern nicht äussern. «Gemäss unserer langjährigen Praxis mischen wir uns nicht in laufende politische Prozesse anderer Kantone ein», schreibt er auf Anfrage.

Sein Ausserrhoder Amtskollege Al­fred Stricker hingegen sagt: «Wir blicken gespannt in Richtung Thurgau.» Eine Einschätzung zur dortigen Debatte möchte aber auch er nicht abgeben. Dies sei «nicht opportun», denn «es gelte, den föderalistischen Gedanken zu respektieren». Genauso wenig würde er wollen, dass andere Kantone das Ausserrhoder Modell beurteilten. Dort wird Englisch ab der dritten und Französisch ab der fünften Klasse unterrichtet. Dieses Modell sei etabliert und habe sich ­bewährt. Es diene einerseits der Verständigung über die Landesgrenzen hinaus und andererseits dem nationalen Verständnis in der Schweiz. Zwar gebe es in Appenzell Ausserrhoden Diskussionen darüber, welche Rolle Französisch spiele. Momentan sei der Fremdsprachenunterricht aber kein Thema im Kanton.

Der St. Galler Bildungsdirektor Stefan Kölliker betont, er wolle sich nicht in seiner kantonalen Funktion zur Thurgauer Frühfranzösisch-Debatte äussern. Als Präsident der Ostschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz spricht er sich aber dafür aus, dass die Ostschweizer Kantone möglichst ähnliche Schuldmodelle haben. Ein Umzug von einem Ostschweizer Kanton in einen anderen dürfe für Familien kein Problem darstellen. Sollte sich der Thurgau gegen das Frühfranzösisch entscheiden, trage das nicht zu einer Harmonisierung bei. (kbr)