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«Er hat mich angelogen»: Knatsch um Kühe in Wittenbach – letztes Tier von Gnadenhof abtransportiert

Der Streit um fünf betagte Kühe auf einem Wittenbacher Gnadenhof ist am Montag beendet worden – vorerst. Mit Kuhdame «Schneeflöckli» ist das letzte Tier abtransportiert worden.
Marco Cappellari
Erst nach Einsatz eines Narkosepfeils konnte Kuhdame «Schneeflöckli» abtransportiert werden. (Screenshot: TVO)

Erst nach Einsatz eines Narkosepfeils konnte Kuhdame «Schneeflöckli» abtransportiert werden. (Screenshot: TVO)

Nun hat auch «Schneeflöckli» ein neues Zuhause gefunden: Die betagte Kuh ist am Montag mit einem Betäubungspfeil narkotisiert und vom Gnadenhof in Wittenbach, ihrem Zuhause, abtransportiert worden. Reinhold Zepf, Präsident des Tierschutzvereins Bischofszell-Weinfelden und Besitzer von «Schneeflöckli», sagt:

«Jetzt befindet sie sich auf einem Hof im thurgauischen Weingarten, wo es einen Laufstall und eine schöne, grosse Weide gibt.»

Hier soll die achtjährige Kuhdame nun tierschutzkonform ihren Lebensabend verbringen.

Mit dem Abtransport der Kuh, der letzten von insgesamt fünf, die Zepf bei Gerd Maring untergebracht hatte, findet der Streit zwischen dem Tierschützer und dem Betreiber des Wittenbacher Gnadenhofs einen vorläufigen Abschluss.

Streit um Haltungsart

Erstmals öffentlich geworden war der Knatsch im Juni, als bekannt wurde, dass Zepf seine verbleibenden vier Kühe von Marings Hof abtransportieren lassen wollte. Dies, weil er die Zustände auf dem Gnadenhof bemängelte. Maring habe sich geweigert, Zepfs Kühe abtransportieren zu lassen. Ausserdem wirft Zepf Maring vor, den Tod einer fünften Kuh im Frühling dieses Jahres verschwiegen und trotzdem Pensionskosten für das Tier eingezogen zu haben. Maring war am Dienstag nicht zu erreichen. Gegenüber «FM1Today» hatte der Tierhalter allerdings dementiert, den Tod von «Naina» verschwiegen zu haben. Gleichzeitig beklagte er den Abtransport der Kühe, da diese «zur Familie» gehörten.

Für Zepf sind diese Aussagen unverständlich. Er habe bereits seit acht Jahren mehrere Kühe im Rahmen seines Projekts «Viva la Vaca», das ausgemusterten Milch- und Zuchtkühen den Schlachthof ersparen soll, in Marings Gnadenhof platziert. Zepf sagt:

«Eigentlich waren wir immer zufrieden mit der Zusammenarbeit.»

Zu Beginn habe sich Maring gar kostenlos um Zepfs Kühe gekümmert. «Als er dann irgendwann Pensionskosten verlangt hat, war ich einverstanden damit.» In der Folge habe sich der Tierschützer aber dafür eingesetzt, dass auf Marings Hof ein Laufstall errichtet wird. «Maring hat mich immer wieder auf später vertröstet», sagt Zepf. Zwar sei Anbindehaltung in der Schweiz nicht verboten, als Tierschützer könne er diese Form der Haltung aber kaum verantworten.

Zepf ist sogar vor einem Friedensrichter vorstellig geworden, um die Herausgabe seiner Kühe zu bewirken. Erst letzte Woche konnten drei Gspänli von «Schneeflöckli» schliesslich abgeholt werden – nach mehreren erfolglosen Versuchen. «Schneeflöckli» sei an dem Tag aber von Maring auf die Weide gelassen worden und es sei unmöglich gewesen, die Kuhdame einzufangen. Zepf sagt:

«Dabei hat sich auch gezeigt, dass sie nicht handzahm ist. Das kann unter Umständen für Menschen gefährlich sein.»

Finanzielles Interesse liege nahe

Wenn man sich richtig um Kühe kümmere, komme dies normalerweise nicht vor. Für Zepf ein weiteres Indiz dafür, dass sich Maring nicht genügend um seine Kühe gekümmert habe.

Dass Maring nur aus Tierliebe die Herausgabe seiner Kühe verweigert habe, kann sich Zepf nicht vorstellen. «Nebst den Pensionskosten hat Maring später auch Subventionen für die Kühe erhalten.» Deshalb liege auch ein finanzielles Interesse nahe. Ausserdem habe Zepf nun mitbekommen, dass Marings Stall aufgrund der Bausubstanz gar nie in einen Laufstall hätte ausgebaut werden können. Zepf sagt:

«Das heisst, er hat mich über lange Zeit angelogen. Ich bin nun einfach froh, dass ‹Schneeflöckli› und die anderen Kühe ein gutes Plätzchen gefunden haben.»

Der Hof in Weingarten ist der grösste Hof des inzwischen 15-jährigen Projekts «Viva la Vaca». Insgesamt habe Zepf etwas mehr als 20 Kühe und zwei Ochsen auf drei Höfen verteilt.

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