Knatsch in Au: IG attackiert Gemeindepräsident Christian Sepin

Die neu gegründete IG Au-Heerbrugg übt scharfe Kritik an Gemeindepräsident Christian Sepin und am Gemeinderat. Brisant: Bei einem der Kritiker handelt es sich um einen ehemaligen Unterstützer. 

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In der Kritik: Christian Sepin, Gemeindepräsident von Au. (Bild: Gert Bruderer)

In der Kritik: Christian Sepin, Gemeindepräsident von Au. (Bild: Gert Bruderer)

(bro) Eine nicht alltägliche Post landete am Montag in den Briefkästen der Bevölkerung von Au-Heerbrugg. Die neu gebildete IG Au-Heerbrugg kritisiert in einem zwölfseitigen Papier den Gemeindepräsidenten Christian Sepin sowie den Gemeinderat, schreibt der «Rheintaler». Im Heft erwähnen sechs Bewohner konkrete Fälle, in denen die Gemeinde Au versagt haben soll.  

Hat die Führung der Bevölkerung gedroht?

Die vorerst erste Ausgabe des auf hellrosa Papier gedruckten Heftes trägt den Titel «Unser Dorf, unsere Verantwortung» und zeigt ein Bild der Gemeinde Au-Heerbrugg von oben. Weitere Ausgaben sollen geplant sein, denn gemäss dem «Rheintaler» schreibt die IG in der Einleitung des Heftes, dass man in im kommenden Jahr aufzeigen wolle, 

«(...) was in den letzten Jahren unter der Führung von Christian Sepin alles schief lief.»

In Au-Heerbrugg habe sich in den fünf Jahren Amtszeit von Sepin «sehr viel zum Negativen gewandelt», zitiert der «Rheintaler» aus dem Heft der IG. Sepin und seine Gemeinderatsmitglieder hätten zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner brüskiert. Sepin und sein Team sollen der Bevölkerung auch gedroht haben.

Vom Unterstützer zum Kritiker  

Welche Ziele die IG mit ihrer Publikation verfolgt, bleibt unklar. Gemäss dem «Rheintaler» will die IG Christian Sepin und sein Team in den Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2020 möglicherweise aus dem Amt hebeln.

Daniel Schilling ist einer der Initianten der IG und Kritiker von Sepins Führung. Pikant: Schilling habe Sepin bei dessen Wahl zum Gemeindepräsidenten vor fünf Jahren massgeblich unterstützt.  Schilling habe Sepin in letzter Zeit wiederholt in Leserbriefen attackiert, schreibt der «Rheintaler» weiter. 

Das zwölfseitige Heft landete am Montag in den Briefkästen. (Bild: Max Tinner)

Das zwölfseitige Heft landete am Montag in den Briefkästen. (Bild: Max Tinner)

Bei baulichen Themen versagt?

Konkret kritisiere Schilling die Sportanlage Tägeren sowie das neue Auer Verwaltungsgebäude samt Dorfplatz-Gestaltung, heisst es weiter. Bis heute wisse die Bevölkerung nicht, wie und zu welchen Kosten gebaut werden soll. Mit dem Hochwasserschutzprojekt Littenbach-Äächeli sei die IG ebenfalls unzufrieden, auch hier halte die Gemeinde konkrete Massnahmen und Kosten verdeckt. 

Man verbreite keine Fake News, sondern beschränke sich auf berechtigte Kritik, die sich dokumentieren lasse, zitiert der «Rheintaler» aus dem Heft. Gegenüber der Zeitung verneint Initiant Schilling denn auch die Frage nach einer persönliche Animosität. Die IG beschliesse das weitere Vorgehen an ihrem Treffen vom 25. November. 

Unbewilligter Moscheebetrieb? 

Laut dem Bericht hatte der «Rheintaler» im Vorfeld über diverse Sachverhalte berichtet, welche die IG nun anprangert. 

Die IG beanstande auch die Rolle des Auer Gemeinderats im Zusammenhang mit der Fatih-Moschee in Heerbrugg. Die Gemeinde toleriere einen in seiner aktuellen Form unbewilligten Moscheebetrieb. 

Bürger sollen sich eigenes Bild machen 

Er habe die Zeitung am Montagmorgen erstmals gesehen, sagt Christian Sepin gegenüber dem «Rheintaler». Zu den Vorwürfen der IG wollte er sich nicht äussern. Die Bürgerinnen und Bürger seien in der Lage, sich ein eigenes Bild zu machen, heisst es weiter.

Sepin gewinnt die Wahl

AU. Der 1967 geborene Christian Sepin (CVP) wird neuer Gemeindepräsident von Au. Sepin wurde mit 1232 Stimmen sehr klar gewählt. Der parteilose Bruno Zahnd lag mit 343 Stimmen weit zurück. Chancenlos war Martin Hämmerli (FDP), der auf 163 Stimmen kam.