KLUB DER MILLIARDÄRE: Die zehn reichsten Ostschweizer

Die «Bilanz» hat zum 29. Mal die Liste der 300 reichsten Schweizer veröffentlicht. Unter ihnen sind auch einige Ostschweizer. Der reichste von ihnen hat seinen Vorsprung ausgebaut.

Martin Rechsteiner
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Unter den 300 Reichsten der Schweiz: Jorge Lemann, August II. Baron von Finck, Thomas Schmidheiny, Peter Spuhler, Bettina Würth (oben) sowie Hans Huber, Urs Bühler, Andreas und Joachim Kohm, Gabriella Thorbecke und Bettina Stadler (unten). (Bilder: PD)

Unter den 300 Reichsten der Schweiz: Jorge Lemann, August II. Baron von Finck, Thomas Schmidheiny, Peter Spuhler, Bettina Würth (oben) sowie Hans Huber, Urs Bühler, Andreas und Joachim Kohm, Gabriella Thorbecke und Bettina Stadler (unten). (Bilder: PD)

Martin Rechsteiner

martin.rechsteiner@tagblatt.ch

Die Reichsten der Schweiz sind auch im vergangenen Jahr ein beträchtliches Stück reicher geworden. Dies zeigt eine Auswertung des Magazins «Bilanz». 674 Milliarden Franken besitzen die 300 reichsten Leute im Land zusammen – das sind rund 60 Milliarden oder 10 Prozent mehr als noch 2016.

Auch in der Ostschweiz haben die Reichen zugelegt. Die Top Ten im Osten führt immer noch Jorge Lemann an. Mit einem Vermögen von 28 bis 29 Milliarden Franken ist der «Herr der Biere» aus Rapperswil-Jona nicht nur mit Abstand die reichste Person der Ostschweiz, sondern auch die zweitreichste der Schweiz. Um eine Milliarde Franken konnte der 78-Jährige sein Vermögen im vergangenen Jahr steigern. Die Aktien seines Bierkonzerns AB InBev legten leicht zu, seine Anteile an Restaurant-Brands wie «Burger King» oder «Tim Hortons» gewannen stark an Wert. Lemann strich zudem mehrere hundert Millionen Franken an Dividenden ein.

Familien teilen Reichtum

Die reichste Familie der Ostschweiz sind die von Fincks. Ihr Vermögen schätzt die «Bilanz» auf 4,5 bis 5 Milliarden Franken. Der Vater von drei Söhnen, ­August II. Baron von Finck, ist Grossgrundbesitzer, Gastronom, Bankbetreiber und Warenprüfer. 1999 verlegte der Deutsche seinen Wohnsitz in den Thurgau, nach Weinfelden.

Auf Platz drei der reichsten Ostschweizer: Thomas Schmidheiny mit einem Vermögen von 4 bis 4,5 Milliarden Franken. Der 71-jährige Industrielle wohnt ebenfalls in Rapperswil-Jona. Er hält Beteiligungen am Zementkonzern Lafarge-Holcim.

Mit einem geschätzten Vermögen von 2 bis 2,5 Milliarden Franken steht der Thurgauer ­Peter Spuhler in der Ostschweiz an vierter Stelle. Bekannt ist der 58-Jährige als Vorsitzender und Verwaltungsratspräsident des Schienenfahrzeugherstellers Stadler Rail Group und als SVP-Politiker.

Nur knapp dahinter, ebenfalls mit 2 bis 2,5 Milliarden Franken Vermögen, listet die «Bilanz» die reichste Frau der Ostschweiz auf: Bettina Würth. Die 56-Jährige ist Beiratsvorsitzende der Firma Würth, die sie zusammen mit ihrem Vater Reinhold Würth führt. Das Unternehmen mit einem Standort auch in Rorschach gilt als der weltweit führende Verkäufer von Montage- und Befestigungsmaterialien.

Auf dem sechsten Ostschweizer Platz landet die Familie Huber. 1,5 bis 2 Milliarden Franken nennen sie ihr Eigen. Die Familie des inzwischen 90-jährigen SFS-Gründers Hans Huber hält Anteile an verschiedenen grösseren Firmen in der Ostschweiz.

Auf den Plätzen sieben bis zehn der reichsten Ostschweizer liegen Einzelpersonen und Familien, die alle ein geschätztes Vermögen von 1 bis 1,5 Milliarden Franken besitzen:

Da wäre einmal die Uzwiler Familie von Urs Bühler. Das Unternehmen, die Bühler Holding AG, ist jetzt in den Händen seiner drei Töchter. Der Konzern gilt als führend in der Herstellung von Anlagen zur Verarbeitung von Nahrungsmitteln.

Ähnlich viel Geld haben die deutschstämmigen Versandhändler Andreas (65) und Joachim (68) Kohm angehäuft. Sie leben am Bodensee, im thurgauischen Horn.

Auch die Bankierswitwe ­Gabriella Thorbecke und ihre Familie sollen über rund 1 bis 1,5 Milliarden Franken verfügen. Ein Teil der Familie lebt in St. Gallen.

Mit ungefähr gleich viel Geld gehören auch die Mitglieder der Familien Stadler und Tschan aus Altstätten zum Klub der Milliardäre. Dieses Jahr hat die 50-jährige Bettina Stadler ihren Vater Karl im Verwaltungsrat der Firma SFS Stadler abgelöst.