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Kloster untersucht

Eine externe und neutrale Fachstelle soll die Gewalt- und Missbrauchsvorwürfe gegen einen Pater des Klosters Fischingen überprüfen. Der Anwalt des ehemaligen Schülers möchte bei der Suche nach Experten mitwirken.

Missbrauch

FISCHINGEN. Ein ehemaliger Schüler des Klosters Fischingen wirft seinem früheren Lehrer vor, er habe ihn gequält und sexuell missbraucht. Der angeschuldigte Pater ist 82 Jahre alt und lebt nach wie vor in Fischingen. Er bestreitet die Vorwürfe. Der Verein St. Iddazell und das Priorat des Klosters Fischingen wollen nun Klarheit. Sie beauftragen deshalb eine externe und neutrale Fachstelle damit, die Vorwürfe zu untersuchen. Das sagt Werner Ibig auf Anfrage. Er ist Direktor des Vereins St. Iddazell, des Trägervereins des Klosters Fischingen. Zurzeit liefen die Verhandlungen darüber, wer den Auftrag zur Überprüfung übernehmen soll. Ibig denkt dabei an eine Stelle, die bereits mit Themen wie Missbrauch gearbeitet hat. Er habe mehrere Anfragen verschickt, sagt Ibig. Nun warte er gespannt auf die Antworten.

Aussagen gegen Aussagen

Die Fachstelle soll die Vorgänge in der Internatsschule um 1970 untersuchen. Von 1962 bis 1972 habe der Schüler Walter Nowak, ein gebürtiger Österreicher, in Fischingen gelebt. Pater St., den er als seinen Peiniger beschreibt, war in der Sekundarschule mehrere Jahre Klassenlehrer und Internatsleiter von Nowak. Die Schilderungen von Nowak würden von zwei anderen Ehemaligen bestätigt, sagt sein Anwalt Philip Stolkin.

Es haben sich aber auch etwa zwölf frühere Schüler gemeldet, die den angeschuldigten Pater in Schutz nehmen. Übereinstimmend erklären sie, Pater St. sei ein verständnisvoller und geduldiger Pädagoge gewesen. Auch seine einstigen Maturakollegen stellen Pater St. ein gutes Zeugnis aus. Er sei ein bescheidener und integrer Mensch.

Eine neue Situation

Es ist nicht das erste Mal, dass das Kloster Fischingen mit Vorwürfen ehemaliger Schüler konfrontiert ist. Bisher seien es aber wenige gewesen, die sich gemeldet hätten, sagt Direktor Ibig. Mit ihnen habe man die Vergangenheit gemeinsam aufarbeiten können. Diese Ehemaligen hätten bis auf eine Ausnahme auch kein Interesse daran gehabt, ihr Schicksal öffentlich zu machen. Durch die vielen Reaktionen auf die Anschuldigungen von Walter Nowak gebe es jetzt Aussagen und Zeugen, die eine Untersuchung auch möglich machen würden. «Eine unabhängige externe Fachstelle garantiert eine sorgfältige und professionelle Aufarbeitung der Vorwürfe», sagt Ibig. Sobald sie ihre Arbeit aufgenommen habe, könnten sich ehemalige Schüler direkt an die Fachstelle wenden. Eine solche wäre auch im Sinne Philip Stolkins. (san)

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