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Paukenschlag in der Branche: Die Kliniken Valens übernehmen die Klinik Gais

Mit der Übernahme der Klinik Gais werden die Kliniken Valens ab 2020 zum Vollanbieter - mit rund 500 Reha-Betten und über 1100 Mitarbeitenden wird die neue Institution neben der RehaClinic-Gruppe schweizweit die grösste Rehabilitationsklinik-Gruppe. Dahinter stecken durchaus taktische Gründe.
Christoph Zweili
Klinik Valens in Valens. (Bild: Trix Niederau)

Klinik Valens in Valens. (Bild: Trix Niederau)

«Die Klinik Gais ist eine attraktive Braut», sagt Gesundheitsökonom Willy Oggier. Derart begehrt, dass auch andere Interesse am Ausserrhoder Unternehmen gehabt haben. Dass nun die Kliniken Valens den Zuschlag erhalten hätten und Mitbewerber leer ausgegangen seien, «kann man durchaus als Paukenschlag in der Branche bezeichnen».

Willy Oggier.

Willy Oggier.

Die Kliniken Valens und die Klinik Gais, beide haben sie einen sehr guten Ruf bei Rehabilitationen: Erstere sind spezialisiert auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks, die zweiten auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Herzerkrankungen. Nun wird die Klinik Gais eine 100-prozentige Tochter der Stiftung Kliniken Valens.

Georg Stoffels.

Georg Stoffels.

Der Stiftungsrat und die Geschäftsleitung der Kliniken Valens entscheiden künftig über alle Aktivitäten der Kliniken Valens und ihrer Tochter – die Klinik Gais hat aber Einsitz in der Geschäftsleitung. Laut der Mitteilung werden sich «kurzfristig keine Änderungen im Betrieb der Klinik Gais ergeben». Das bisherige Portfolio und Erscheinungsbild blieben «vorerst bestehen». Weitere mittel- und langfristige Schritte zur Integration in die Gruppe Kliniken Valens würden im Rahmen von Zukunftskonzepten erarbeitet, wird Georg Stoffels, Verwaltungsratsdelegierter und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Klinik Gais, zitiert. Er bleibt der Klinik Gais als Direktor erhalten.

«Mit der Übernahme können wir uns auch künftig erfolgreich im Markt behaupten und als Vollanbieter unsere Leistungen aus einer Hand und mit höchster Qualität bieten.»

Christoph Glutz.

Christoph Glutz.

Das sagt Christoph Glutz, Präsident des Stiftungsrat der Kliniken Valens. Die Kliniken Valens betreiben in Valens, Walenstadtberg und Walzenhausen drei Zentren für stationäre Patienten, in Chur und St.Gallen ambulante Aussenstationen. Mit insgesamt 300 Betten und über 800 Mitarbeitenden sind die Kliniken Valens, einer der grössten Arbeitgeber in der Region Sarganserland-Rheintal, schon heute einer der grössten Rehabilitationsanbieter der Schweiz. Das Portfolio umfasst neurologische, muskuloskelettale, pneumologische, geriatrische und internistisch-onkologische Rehabilitation.

Im Jahr 2018 wurden an allen Standorten der Kliniken Valens zusammen rund 3600 Reha-Patienten in den Kliniken Valens behandelt. Es resultierten 98 000 Pflegetage und ein Umsatz von 88 Millionen Franken.

Die Klinik Gais. (Bild: Alessia Pagani)

Die Klinik Gais. (Bild: Alessia Pagani)

Die Klinik Gais AG bietet Rehabilitation und Behandlung von Patienten in den Bereichen Kardiologie, Psychosomatik, Psychiatrie, Innere Medizin und Onkologie an. Die bestehende Klinik wurde in den letzten Jahren durch einen Neubau mit 57 Patientenzimmern sowie neuer Küche und Speisesäle auf 200 Betten erweitert. Neben der Platzierung auf der Spitalliste des Standortkantons Appenzell Ausserrhoden ist die Klinik auch auf den Spitallisten Zürich, Luzern, Schaffhausen, St.Gallen, Appenzell Innerrhoden und Fürstentum Liechtenstein zu finden.

Markt tendiert zu Zusammenschlüssen

200 Betten in einer Gruppe zu füllen, sei einfacher, als allein auf dem Markt aufzutreten: «Man kann die Leistungspalette völlig anders aufeinander abstimmen.» Ökonom Oggier kann sich auch vorstellen, dass sich innerhalb der Gruppe Synergien nutzen lassen, «zum Beispiel zwischen der Rheinburg-Klinik Walzenhausen und der Klinik Gais».

Der Markt tendiere zu Zusammenschlüssen, wie das in Deutschland und Österreich bereits in grösserem Umfang der Fall sei:

«Alleinstehende Kliniken auf dem Land werden es künftig auch in der Schweiz schwieriger haben»,

prophezeit Oggier mit Blick auf neue Tarifstrukturen, die im Rehabilitationsbereich für 2022 angekündigt sind. «Die Gruppen gewinnen, wenn sie sich bereits jetzt besser aufstellen, zum Beispiel durch bessere Einkaufsbedingungen.»

Das neue Konstrukt auf einen Blick

  • Klinik Gais
    200 Betten, 350 Mitarbeitende
    Internistisch-onkologische Rehabilitation
    Psychosomatische Rehabilitation
    Psychiatrie
    Kardiologische Rehabilitation
  • Ambulatorium Klinik Gais
    Ambulatorium im Zentrum von St.Gallen
    Psychosomatische Vorgespräche
    Nachbehandlungen
  • Kliniken Valens
    150 Betten, 460 Mitarbeitende
    Neurologische Rehabilitation
    Neurologische Frührehabilitation
    Muskuloskelettale Rehabilitation
  • Rehazentrum Walenstadtberg
    71 Betten, 160 Mitarbeitende
    Muskuloskelettale Rehabilitation
    Internistisch-onkologische Rehabilitation
    Pneumologische Rehabilitation
    Geriatrische Rehabilitation
  • Rheinburg-Klinik Walzenhausen
    64 Betten, 190 Mitarbeitende
    Neurologische Rehabilitation
    Neurologische Frührehabilitation
    Muskuloskelettale Rehabilitation
  • Ambulante Reha Chur
    Ambulante Rehabilitation
    Neurologische Rehabilitation
    Muskuloskelettale Rehabilitation
    Internistisch-onkologische Rehabilitation
  • Ambulante Reha St.Gallen
    Ambulante Rehabilitation
    Neurologische Rehabilitation
    Muskuloskelettale Rehabilitation
    Internistisch-onkologische Rehabilitation

Zahl der Rehabilitationsaufenthalte steigt

(cz) Im Kanton St.Gallen sind die Rehabilitationsaufenthalte zwischen 2009 und 2017 von 3333 auf 4306 gestiegen - die Aufenthalte pro 1000 Einwohner nahmen von 7.0 auf 8.5 zu, die Pflegetage von 80'273 auf 109'305. Die mittlere Aufenthaltsdauer nahm im gleichen Zeitraum von 24 auf 25 Tage zu.

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