Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Grünliberale fordern Plattform für den Ablass zum Klimaschutz

GLP-Parlamentarier machen in mehreren Kantonen gemeinsame Sache. Mit einer regionalen Plattform wollen sie den CO2-Ausstoss kompensieren und einheimische Projekte unterstützen.
Noemi Heule
Wer das CO2 seiner Flugreise kompensiert, unterstützt heute meist Projekte im Ausland. (Bild: Keystone)

Wer das CO2 seiner Flugreise kompensiert, unterstützt heute meist Projekte im Ausland. (Bild: Keystone)

Fliege nach Kanada und pflanze einen Baum in Nicaragua. So oder ähnlich funktionieren freiwillige CO2-Abgaben auf Flugtickets. Auch über Plattformen wie myclimate.org kann der eigene CO2-Ausstoss mit Geldspenden kompensiert und das schlechte Gewissen reduziert werden. Die Stiftung mit Sitz in Zürich unterstützt allerdings überwiegend Projekte in Schwellenländern. GLP-Parlamentarier in der Ostschweiz und darüber hinaus wollen Abhilfe schaffen, mit einem gemeinsamen Vorstoss in mehreren Kantonen.

Die Grünliberalen wollen die Kompensationsgelder vor Ort behalten und eine Plattform anstossen, die lokale Projekte unterstützt. Dieses Werkzeug mit dem Arbeitstitel «CO2-Kompensationsplattform» soll zwei Probleme auf einen Streich angehen. Die Plattform will Treibhausgase verringern und innovative Unternehmen fördern, wie die St.Galler GLP-Kantonsrätin Sonja Lüthi sagt:

«Gerade neue Technologien oder innovative Lösungsansätze scheitern oft daran, dass sie durch die Maschen der bestehenden Förderprogramme fallen.»

Nutzniesser könnten laut Lüthi etwa Kleinbiogas- oder Holzvergasungsanlagen sein.

Wenn kompensieren, dann immerhin im Inland

Selber reduzieren oder kompensieren? Diese Frage treibt Firmen und Privatpersonen gleichermassen um. «Es braucht beides», sagt Lüthi. Manchmal liesse sich der CO2-Ausstoss schlicht nicht vermeiden. «Ich finde es nicht sinnvoll, sich einfach freizukaufen, indem man günstige Projekte im Ausland unterstützt», sagt sie. Gleicher Meinung ist der Thurgauer GLP-Kantonsrat Ueli Fisch, der den Vorstoss Ende vergangener Woche einreichte. «Es geht nicht nur darum, das schlechte Gewissen zu beruhigen», sagt er. Stattdessen sollen nachhaltige Projekte vorangetrieben werden. In einer Einfachen Anfrage will er von der Regierung wissen, was sie von der Idee hält.

Kantone sollen zusammen spannen

Selbstbewusster treten die beiden St.Galler GLP-Vertreter Sonja Lüthi und Jörg Tanner auf, welche die Forderung in ein Postulat verpackten. Die Kantonsregierung soll prüfen, ob eine digitale CO2-Kompensationsplattform sinnvoll umsetzbar wäre. «Ebenfalls sollte eine regionale Zusammenarbeit ins Auge gefasst werden», heisst es im Vorstoss, der in der Juni-Session eingereicht wurde. Dasselbe Ziel verfolgen hängige Vorstösse in Graubünden und Glarus, Neuenburg, Fribourg oder Basel Stadt, die von der GLP koordiniert eingereicht wurden.

Vorerst soll die Plattform der freiwilligen Kompensation von CO2-Emissionen dienen, etwa für Firmen, die Klimaneutralität anstreben. Hintergrund der gemeinsamen Vorstösse ist aber auch die Totalrevision des CO2-Gesetzes, die vermutlich verpflichtende CO2-Kompensationen im Inland vorsieht. Das CO2-Gesetzes scheiterte im Dezember nicht zuletzt daran, dass der Nationalrat mit knapper Mehrheit den Inland-Anteil aus dem Gesetz strich. Stattdessen wäre ein Grossteil der CO2-Reduktion über den Kauf von Emissions-Zertifikaten im Ausland erfolgt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.