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Jung, laut, mehrheitlich weiblich: Eine Umfrage beleuchtet die St.Galler Klimajugend

Sie haben gut gebildete Eltern und wollen auf Flugreisen verzichten. Eine Studie der Pädagogischen Hochschule St.Gallen untersucht Motive und Hintergrund jugendlicher Klimaaktivisten.
Adrian Lemmenmeier
Seit Dezember demonstrieren Jugendliche in St.Gallen regelmässig für eine griffigere Klimapolitik. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo, 24. Mai 2019)

Seit Dezember demonstrieren Jugendliche in St.Gallen regelmässig für eine griffigere Klimapolitik. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo, 24. Mai 2019)

Eine Umfrage der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHSG) zeigt erstmals ein genaueres Bild der Ostschweizer Klimajugend. Mitarbeiter der Hochschule haben am Rande der Demonstration vom 24. Mai in St.Gallen 70 Teilnehmende befragt. An diesem Tag demonstrierten schätzungsweise 700 Leute für eine Wende in der Klimapolitik. Die Umfrage gibt Aufschluss über den sozialen Hintergrund der Demonstrierenden, über ihre Motive und ihre Bereitschaft, für das Klima den Lebensstil zu ändern. Die wichtigsten Resultate, Fragen und Antworten zur Studie.

Wer demonstriert für das Klima?

Die Mehrheit der Befragten sind Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler oder Studierende. 48 Prozent besuchen eine Maturitätsschule, 38 Prozent eine Fachhochschule oder eine Universität, 17 Prozent eine Sekundar- oder Realschule. Lediglich fünf Prozent gaben an, eine Lehre zu machen. Die Mehrheit der Befragten stammt aus einem gut gebildeten Elternhaus; mindestens ein Elternteil hat einen Hochschulabschluss. 46 von 70 Befragten sind weiblich, 17 männlich, 7 machten keine Angabe zum Geschlecht.

Wie mobilisiert die Bewegung Anhänger?

Hauptsächlich über soziale Medien und persönliche Kontakte. Am häufigsten gaben die Befragten an, sie hätten aus sozialen Medien von der Demonstration erfahren. Auch Freunde wurden häufig als Informationsquelle genannt. Weniger wichtig sind Plakate, Flyer oder die Schule. Vereine und Tageszeitungen sind als Informationsquelle irrelevant.

Wie klimabewusst leben die Demonstranten?

Über 40 Prozent gaben an, sie pflegten seit der Teilnahme an Klimastreiks einen nachhaltigeren Lebensstil. 36 Prozent haben schon zuvor nachhaltig gelebt. 16 Prozent haben ihr persönliches Verhalten nicht angepasst, haben das aber vor. Von jenen Jugendlichen, deren Eltern über einen Hochschulabschluss verfügen, gaben 43 Prozent an, bereits nachhaltig gelebt zu haben, bevor sie an Klimastreiks teilgenommen haben. Bei den übrigen Gruppen hingegen kreuzte über die Hälfte an, den Lebensstil erst seit der Teilnahme an den Protesten geändert zu haben. 80 Prozent aller befragten Demonstranten sind bereit, auf Flugreisen zu verzichten.

Geht es vor allem darum, die Schule zu schwänzen?

Fast 90 Prozent gaben an, die Schule zu schwänzen sei kein Grund für die Teilnahme an den Demonstrationen. Die meisten Schülerinnen und Schüler haben ausserdem an Streiks teilgenommen, obwohl sie dafür mit einer Strafe rechneten. Dem in der politischen Diskussion erhobenen Vorwurf, bei den Klimastreiks gehe es vielen Schülern vor allem ums Schwänzen, fehle somit die Grundlage, heisst es in der Studie.

Befürworten die Lehrer den Protest der Schüler?

Teilweise. Über die Hälfte der befragten Schüler gab an, dass es an ihrer Schule Lehrer gebe, welche die Klima-Proteste unterstützten.

Wie repräsentativ ist diese Umfrage?

Studienleiter Michael Beck zufolge ergibt die zufällige Auswahl der Jugendlichen ein «einigermassen repräsentatives» Bild der Gruppe, die am 24. Mai in St.Gallen demonstriert hat. Auch zeigten vergleichbare Umfragen aus Konstanz ähnliche Resultate. Ebenso ergab eine repräsentative Befragung des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung in Berlin, dass die dortigen Klimademonstranten mehrheitlich weiblich sind – und einen höheren Bildungsabschluss haben oder anstreben.

Wie umweltbewusst ist die Jugend an sich?

Die PHSG führt derzeit eine grosse Umfrage bei Sekundar- und Realschülern durch. Sie soll unter anderem zeigen, ob die Klimabewegung bei Jugendlichen zu einem Umdenken führt.

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