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Kostenloser öV, Verbot des motorisierten Individualverkehrs in den Städten: Was die St.Galler Klimaaktivisten fordern

Ein Verbot von Inlandflügen, eine Klimasteuer, autofreie Innenstädte: Die Klimaaktivisten richten einen Forderungskatalog an den St.Galler Regierungsrat.
Noemi Heule
Die Klimaaktivisten übergeben ihren Forderungskatalog an Regierungsrat Marc Mächler (Bild: Facebook-Seite Paul Rechsteiner)

Die Klimaaktivisten übergeben ihren Forderungskatalog an Regierungsrat Marc Mächler (Bild: Facebook-Seite Paul Rechsteiner)

Sie kamen Paul Rechsteiner zuvor. Als der Ständerat am Podium vom Montagabend das Schlusswort ergreifen wollte, standen plötzlich zehn Klimaaktivisten auf der Bühne der Lokremise. Diesmal allerdings gab es keine Transparente, keine Parolen wie im Frühling im Kantonsrat. Dafür einen Stapel Papier. Nicht für Rechsteiner, sondern für Baudirektor und Podiumsteilnehmer Marc Mächler.

Im Beisein von Bundesrätin Simonetta Sommaruga übergaben die Jugendlichen das Schreiben dem St. Galler Regierungsrat. Man werfe ihnen vor, keine Massnahmen zum Klimaschutz zu haben, sagte die Sprecherin der Jugendlichen. Hier sei nun ihr Massnahmepaket oder der «Forderungskatalog», wie sie es nannten. Ob die Forderungen beim kantonalen Baudirektor richtig platziert seien, man sei sich nicht sicher, hiess es schon schüchtern.

«Wir sind halt keine Politiker.»

Nein, eine Machbarkeitsstudie oder pragmatisch-politische Kompromisslösung darf der Leser nicht erwarten («das Klima erträgt keine Kompromisse»). Auf dem Papier ist jede Schüchternheit verflogen, der Katalog ist, wie der Name verrät, fordernd.

Darin findet sich das Kernanliegen der Jugendlichen: Netto null Treibhausgas-Emissionen bis 2030. Aber auch ihre eigenen Lösungen für die Bereiche Landwirtschaft, Mobilität oder Biodiversität. Darunter:

  • Verbot von Inlandflügen
  • Kostenlose ÖV-Benutzung
  • Landwirtschaftliche Selbstversorgung der Schweiz
  • Einführung einer Klimasteuer
  • Vollständiger Umstieg auf erneuerbare Energien
  • Verbot von Einwegplastik
  • Umstellung der Schweizer Landwirtschaft auf Bio
  • Verbot des motorisierten Individualverkehrs in Städten

Den Finanzplatz nehmen die Jugendlichen ebenfalls ins Visier und verlangen von Bundesrat und Parlament klare Vorschriften für Schweizer Finanzinstitute für nachhaltige Investitionen. Überhaupt haben sie Macht des Marc Mächler wohl überschätzt; ihre hochfliegenden Forderungen richten sich eher an die Machthaber in Bundesbern.

Mächlers Reaktion fiel nüchtern aus. Er werde den Forderungskatalog studieren und die Anliegen, sollten sie nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen, direkt an Bundesrätin Simonetta weiterleiten.

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