Kletterturm kann gebaut werden

FLUMSERBERG. Die Gemeinde Flums hat dem Kristall-Kletterturm auf Prodalp die Baubewilligung erteilt. Ob das letzte Wort damit gesprochen ist, bleibt aber offen. Denn die Gegner können den Entscheid per Rekurs anfechten.

Reto Vincenz
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Der Kristallturm im deutschen Lenggries ist Vorbild für die Ausbaupläne am Flumserberg. (Bild: pd)

Der Kristallturm im deutschen Lenggries ist Vorbild für die Ausbaupläne am Flumserberg. (Bild: pd)

Im Ringen um den Bau des von den Bergbahnen Flumserberg AG geplanten Kletterturmes auf der Prodalp hat sich Entscheidendes ereignet. Wie die St. Galler Regierung in einer schriftlichen Antwort auf eine Interpellation von Kantonsrätin Susanne Hoare (Grüne, St. Gallen) schreibt, hat das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (Areg) die Standortgebundenheit des Kletterturmes bejaht (siehe Kasten). Das Areg als zuständige Instanz für die kantonale Beurteilung von Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen, habe deshalb die raumplanungsrechtliche Zustimmung erteilt und eine auf zehn Jahre befristete Benutzungsdauer bewilligt.

Sachverhalt abgeklärt

Eine Darstellung, die Areg-Amtsleiter Ueli Strauss auf Anfrage bestätigte. Man habe den Sachverhalt intensiv abgeklärt und sei zum Entschluss gekommen, dass im vorliegenden Fall die Standortgebundenheit bejaht werden könne. Strauss hatte Anfang März gegenüber Radio FM1 eine Eröffnung des Turmes noch im Jahr 2011 als «unrealistisch» bezeichnet. Jetzt revidierte er diese Aussage aber.

Einsprache abgewiesen

Zuständig für die Gesamtverfügung ist der Gemeinderat Flums. Und dieser hat nach der raumplanungsrechtlichen Teilverfügung des Areg bereits reagiert und vorgestern die Baubewilligung für den Kletterturm erteilt. Gleichzeitig hat er damit auch die Einsprache des Heimatschutz SG/AI abgewiesen. Dieser hat der «Herabwürdigung der Berge zu Konsumparadiesen und Rummelplätzen» generell den Kampf angesagt, wie die damalige und jetzt pensionierte Geschäftsführerin Regina Hanimann im März-Newsletter der Organisation schrieb. In diesem Konsens erfolgte aus raumplanerischen Gründen auch eine Einsprache gegen den Kletterturm. Der Heimatschutz sagte damals, das Areg habe bei einer Begehung des Standortes klargemacht, dass man das Projekt – weil nicht standortgebunden – als «nicht bewilligungsfähig» erachte.

«Vor den Kopf gestossen»

Eine Aussage, die Felix Kuhn vom Heimatschutz gestern bekräftigte. Er sei denn auch wegen des jetzigen Entscheides «aus allen Wolken gefallen und wie vor den Kopf gestossen». Er habe es noch nie erlebt, das eine kantonale Behörde eine derartige Kehrtwende vollzogen habe. Er könne sich dies nur so erklären, als dass der Areg-Vertreter aus politischen Überlegungen zurückgepfiffen worden sei. Wie der Heimatschutz weiter vorgehen wird, konnte Kuhn nicht sagen. Man werde dies besprechen. Kommt der Verein dabei zum Schluss, dass er das jetzige Verdikt nicht akzeptieren will, kann er dieses mit Rekurs beim kantonalen Baudepartement anfechten.

Erfreut über die Baubewilligung zeigte sich Heinrich Michel, Geschäftsführer der Bergbahnen Flumserberg AG. Die Bergbahnen hätten für den Kletterturm gekämpft und seien glücklich über den Entscheid und die Antwort der Regierung.

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