Interview

Kleintheater Fabriggli in Buchs feiert Jubiläum: «Bei uns bekommt jeder Künstler einen warmen Znacht»

Das Fabriggli in Buchs feiert in diesem Monat sein 40jähriges Bestehen. Das Kleintheater sei mittlerweile zu einer Art Heimat für Künstler, Publikum und Team gleichermassen geworden, sagt Co-Theaterleiterin Claudia Novotny – das liege nicht zuletzt an den scheinbar kleinen Dingen im Theaterbetrieb.

Marion Loher
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Co-Theaterleiterin Claudia Novotny.

Co-Theaterleiterin Claudia Novotny.

Bild: Marion Loher

Als das Fabriggli vor 40 Jahren in Buchs eröffnet wurde, war Kabarettist Emil Steinberger als Theater-Götti mit dabei. Feiert er dieses Mal wieder mit?

Claudia Novotny: Nicht vor Ort. Aber er hat uns eine Video-Botschaft geschickt, in der er uns zum Geburtstag gratuliert.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Emil entstanden?

Er war zu der Zeit, als das Kleintheater gegründet wurde, mit dem Zirkus Knie auf Tournee und auch im Werdenberg zu Gast. Die Region hat es ihm angetan, deshalb hat er auch sofort zugesagt, als die Anfrage vom Fabriggli kam. Seither ist er als Theater-Götti eng mit uns verbunden.

Zu Beginn war das Fabriggli als Experiment für zwei Jahre gedacht. Daraus sind vier Jahrzehnte geworden und das Kleintheater hat sich zu einer kulturellen Institution mit Ausstrahlung weit über die Region hinaus entwickelt. Wie ist das gelungen?

Ein wichtiger Faktor ist das Team, das seit Jahren grossartige Freiwilligenarbeit leistet. Diese Menschen haben viel Zeit ins Fabriggli investiert und dessen Entwicklung massgeblich mitgeprägt. Zudem hat es das Kleintheater geschafft, für die Künstlerinnen und Künstler, das Publikum und das Team eine Art Heimat zu werden. Dies ist deshalb gelungen, weil im Fabriggli die scheinbar kleinen Dinge für sehr wichtig genommen werden.

Zum Beispiel?

Bei uns bekommt der Künstler oder die Künstlerin vor dem Auftritt immer einen warmen Znacht. Wir klären vorher ab, ob es besondere Wünsche gibt und dann kocht jemand aus dem Beizli-Team das Essen. Die Künstlerinnen und Künstler schätzen dies sehr, da sie sich auf ihrer Tournee oft von Fast Food ernähren. Ein anderes Beispiel ist, dass wir ihnen eine Unterkunft bei jemandem aus dem Theaterteam anbieten, wenn das Budget für keine weitere Nacht im Hotel genügt.

Hatten Sie auch schon Kunstschaffende bei sich daheim?

Ja, zwei Frauen vom Wiener Schubert-Theater haben auch schon bei uns übernachtet. Das war für mich und meine Familie spannend, da wir einiges aus dem Künstlerinnen-Leben erfahren haben.

Was macht das Fabriggli sonst noch besonders?

Die Kinder- und Jugendarbeit hat bei uns einen hohen Stellenwert. Wir haben ein grosses Angebot für Kinder und Jugendliche, wie unsere Theaterkurse, bei denen sie mitspielen können, oder unser Kinderprogramm am Wochenende. Gesellschaftlich und kulturpolitisch halten wir es für wichtig, dass die oft digital geprägte Jugend bei uns noch «analoge Kunst» von und mit «echten» Menschen erleben kann.

Wie schwierig ist es, Kultur in Buchs zu machen?

Das kulturelle Angebot in der Region ist gross, was durchaus eine Herausforderung ist. Wir pflegen aber ein kollegiales Miteinander und helfen uns gegenseitig aus, etwa beim Equipment. Wir möchten unser ehrenamtlich arbeitendes Team nicht ausbeuten, was bei unseren finanziellen Ressourcen oft ein Balanceakt ist. Aber das treue Publikum macht es uns da oft leicht.

Der Februar steht im Zeichen des runden Geburtstags. Was erwartet das Theaterpublikum am kommenden Wochenende?

Einen Streifzug durch das, was das Fabriggli zu bieten hat. Am Freitag kommen die theater- und kabarettaffinen Besucherinnen und Besucher auf ihre Kosten, am Samstag die Rockmusik-Liebhaber und am Sonntag unsere Jüngsten. Ganz nach dem Motto: Ein Geburtstag voller Höhepunkte.

Festprogramm 14.-16.2, Fabriggli Buchs, www.fabriggli.ch