Klangvoller Gottesdienst und eine Wahl: Die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Teufen blickt auf ein aussergewöhnliches Jahr

Nicole Köppel folgt als Kassierin auf Sutter. Dieser gibt das Amt nach sieben Jahren ab. Das Budget 2021 rechnet mit einem Ertragsüberschuss von knapp 9000 Franken.

Charlotte Kehl
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Die neugewählte Kassierin Nicole Köppel, Präsidentin Marion Schmidgall Mäder, Pfarrerin Verena Hubmann und der scheidende Kassier Hansueli Sutter.

Die neugewählte Kassierin Nicole Köppel, Präsidentin Marion Schmidgall Mäder, Pfarrerin Verena Hubmann und der scheidende Kassier Hansueli Sutter.

Bild: Charlotte Kehl

Im Anschluss an den «anKlang-Gottesdienst» stimmten die Mitglieder der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Teufen anlässlich der ordentlichen Kirchgemeindeversammlung dem Budget 2021 zu und wählten eine Kassierin.

Gottesdienst unter dem Motto «come together»

Während sich gestern die weisse Pracht aus dem Himmel über das Appenzellerland legte und alle Alltagsgeräusche dämpfte, entfaltete sich in der kirchlichen Klangglocke der sehnsüchtig, feurig-erdige Klang von Goran Kovacevics Akkordeon sowie Stefan Baumanns 6-saitigem Cello. Die Musiker der Formation «TWOgether» begleiteten den Gottesdienst von Pfarrerin Verena Hubmann und Andrea Anker und setzten dessen Thema «come together» herzöffnend in die musikalische Tat um.

Die Formation «TWOgether» mit Stefan Baumann und Goran Kovacevic

Die Formation «TWOgether» mit Stefan Baumann und Goran Kovacevic

Bild: Chalotte Kehl

Kaum dass die Kirchenglocken verklungen waren, setzten sie mit «Blue Eyes» den ersten lyrischen Akzent. Mit sieben weiteren Stücken, vom klagevollen armenischen Volkslied über den Anna-Koch-Jodel bis zur jazzigen Eigenkomposition schafften sie es, «mit Präsenz und Gespür ein grösseres Zusammen erstehen zu lassen», wie Verena Hubmann in ihrem Dank an «TWOgether» präzisierte.

Gestreamte Gottesdienste und Take-away-Dienst

Nach einer kurzen Pause eröffnete Marion Schmidgall Mäder, Präsidentin der Evangelischen Kirchgemeinde Teufen, die ordentliche Versammlung mit einem Rückblick auf ein ausserordentliches Jahr. Sie nahm das Bild vom Regenbogen über Teufen als Sinnbild für «die Hoffnung über den herabstürzenden Bach des Lebens» (Friedrich Nietzsche). Angebote für die Jugend oder die gestreamten Gottesdienste seien in neuen Formen gut angekommen und würden sich wohl auch in Postcoronazeiten bewähren. Schwierig sei immer noch die Situation der Senioren. Mit dem Take-away-Dienst werde der «Mittagstisch» und damit ein minimales Zusammensein nach Hause gebracht.

Weniger Steuereinnahmen erwartet

Kassier Hansueli Sutter erläuterte die strittigen Punkte aus dem Budget kompetent und umfassend. Infolge der Lockdown-Massnahmen und deren Folgen werden Mindereinnahmen bei den Steuern erwartet. Budgetiert sind 1,45 Mio anstelle der letztjährigen 1,52 Millionen Franken. Aber auch der Aufwand konnte reduziert werden, obwohl die Lohnkosten wegen der automatischen Stufenanpassung der Angestellten leicht steigen. Der Aufwand für die Liegenschaften wird um 75 500 Franken tiefer ausfallen als letztes Jahr, vor allem, weil die Abschreibungspraxis geändert wurde. Dafür werden die Ausgaben für Gottesdienste deutlich höher sein, um den Streaming-Dienst auch im nächsten Jahr beibehalten zu können.

Insgesamt ergibt sich bei einem Aufwand von gut 1,52 Millionen Franken ein Ertragsüberschuss von knapp 9000 Franken. Dem Antrag der Vorsteherschaft, das vorgelegte Budget 2021 bei gleichbleibendem Steuerfuss zu genehmigen, wurde einstimmig Folge geleistet.

Hansueli Sutter, der seit 2007 umsichtig und mit Fachkompetenz für eine gut aufgestellte, abgesicherte Kirchgemeinde verantwortlich zeichnet, tritt auf Ende Jahr aus seinem Amt zurück. Er wird sich in der Synode weiterhin für die Interessen der Kirche einsetzen. Mit grossem Dank und viel Applaus wurde er verabschiedet.

Einstimmig ins Amt gewählt

Sein Amt übernimmt die einstimmig gewählte Nicole Köppel. Die
48-jährige «Programme Managerin» an der Universität St. Gallen kommt ursprünglich aus der Reisebranche und hat sich ihr Leben lang weitergebildet. In der KiVo hofft sie, ihr Spektrum erweitern zu können, und vor allem möchte sie dem Dorf, in dem sie seit gut acht Jahren mit ihrer Familie lebt und viel Gutes erfahren hat, etwas zurückgeben. «Durch diese Arbeit möchte ich mich noch mehr integrieren», sagte sie und freute sich über das Resultat.