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Sponsoren unterstützen Klanghaus im Toggenburg mit 6 Millionen

Die Auflage der St. Galler Regierung für eine Zweitauflage des Klanghauses Toggenburg war klar: Sechs Millionen Sponsorengelder. Die Anhänger des Kulturprojekts haben geweibelt – und das Geld beisammen.
Regula Weik
Schwendisee oberhalb von Unterwasser: Hier würde das Klanghaus gebaut. (Bild: Dolores Rupa/Swiss-Image)

Schwendisee oberhalb von Unterwasser: Hier würde das Klanghaus gebaut. (Bild: Dolores Rupa/Swiss-Image)

Das Tal hat sich aufgerappelt und zusammengerauft, um dem restlichen Kanton zu beweisen: Das Toggenburg will das Klanghaus. Das tat auch not. Nachdem das Kantonsparlament das Kulturprojekt vor gut zwei Jahren sang- und klanglos versenkt hatte. Und nachdem rund um die Parlamentsdebatte wiederholt der Vorwurf zu hören gewesen war, das Tal engagiere sich zu wenig für das Vorhaben am Schwendisee oberhalb von Unterwasser.

Es hatte nicht lange gedauert, da hatte sich ein harter Kern aus dem Toggenburg aufgerafft – mit dem Ziel, das Klanghaus aus der Versenkung zu holen. Eine Gruppe um Mathias Müller, Stadtpräsident von Lichtensteig und Präsident der Klangwelt Toggenburg, weibelte talaufwärts und talabwärts. 10000 Unterschriften kamen so für das Klanghaus zusammen.

«Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht»

Müller und seinen Mitstreitern war klar: Die Unterschriften alleine genügen nicht, um die Regierung für eine Neuauflage zu überzeugen. Ein Stolperstein waren bislang die Kosten gewesen. Hier hielt die Regierung denn auch den Finger drauf, als ihr die Toggenburger Klanghaus-Promotoren ein überarbeitetes Konzept vorlegten. Und sie forderte weitere Nachbesserungen – vor allem finanzieller Natur. Die Investitionskosten von 24,3 Millionen Franken sollten um eine Million reduziert, die Drittbeiträge um eine Million auf sechs Millionen erhöht werden. Sie räumte den Klanghaus-Anhängern dafür ein Jahr Zeit ein. Die Frist läuft dieser Tage ab. «Wir haben die geforderten Sponsorengelder von sechs Millionen beisammen», antwortet Mathias Müller auf ­Anfrage. Mehr als ein Drittel der Sponsoren stamme aus dem Toggenburg. Auf die Frage nach der Anzahl Gönner antwortet er: «Es sind eher weniger Personen, die sich aber mit eher grösseren Beträgen engagieren.»

Der Grossteil der sechs Millionen fliesst in einen Betriebsfonds. «Die Gönnerinnen und Gönner sind interessiert daran, dass der Betrieb des Klanghauses langfristig sichergestellt ist», sagt Müller. Immer wieder war das hohe jährliche Betriebsdefizit von 325000 Franken kritisiert worden; die Regierung hatte denn auch verlangt, dieses müsse auf maximal 250000 Franken gesenkt werden. «Auch dies haben wir geschafft», sagt der Klangwelt-Präsident. Das Haus soll «zugänglicher», die Nutzung ausgeweitet werden. Neu soll es auch für Vereinsabende, Semi­nare und Firmenanlässe offen stehen. Darüber hinaus ist die Standortgemeinde Wildhaus-Alt St. Johann bereit, ihren jährlichen Betriebsbeitrag auf 100000 Franken zu erhöhen. Schliesslich will die Organisation «Region Toggenburg» – der Verbund der Gemeinden – den Betrieb des Klanghauses während der Aufbauphase mit jährlich 25000 Franken unterstützen.

«Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht», sagt Müller, «und die finanziellen Vorgaben der Regierung erfüllt.» Das Betriebsdefizit – «der grösste Kritikpunkt» – sei entschärft.

Es soll ein Beirat geschaffen werden

Doch Müller und seine Mitstreiter denken bereits weiter: Sie wollen weiter Geld sammeln und den Betriebsfonds äufnen. «Und wir haben die Idee eines Beirats», sagt Müller. Darin sollen auch ­einige Sponsoren vertreten sein, denn Strategie und Inhalt der Klangwelt sollen auch in ihrem Sinn und Geist sein. Schliesslich sollen weitere Kooperationen mit Hotels, Gastrobetrieben, Lagerhäusern und Landwirten aufgebaut werden, nicht zuletzt, um den Nutzen des Projekts fürs Tal zu stärken.

Die letzten Unterlagen der Toggenburger Klanghaus-Promotoren erhält die Regierung dieser Tage. Ihre Haltung ist bekannt: Sie warte erst einmal die Ergebnisse der Nachbesserungsarbeiten ab und werde dann über eine «allfällige erneute Zuleitung der Vorlage» ans Parlament entscheiden. Wann rechnet Müller damit? Er wage keine Prognose, sagt der CVP-Kantonsrat.

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