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Heiliger Otmar verhüllt: «Die einzige Burka im Kanton» - Kirchen sind gegen Verhüllungsverbot

Mit der Operation Libero engagiert sich eine nationale politische Bewegung gegen das geplante Verhüllungsverbot im Kanton St.Gallen. Auch die beiden Landeskirchen lehnen die Vorlage ab.
Katharina Brenner
Die Juso und die Jungen Grünen St.Gallen haben die Statue des Heiligen Otmar verhüllt. (Quelle: Juso St. Gallen)

Die Juso und die Jungen Grünen St.Gallen haben die Statue des Heiligen Otmar verhüllt. (Quelle: Juso St. Gallen)

Im Endspurt treibt der Abstimmungskampf exotische Blüten. Juso und Junge Grüne im Kanton St.Gallen informierten am Dienstag darüber, dass Aktivistinnen und Aktivisten ihrer Jungparteien die Statue des Heiligen Otmar in ein schwarzes Tuch gehüllt haben. Sie hängten ein Foto an. Es zeigt am Sockel der Statue lehnende Schilder mit der Aufschrift: «Die einzige Burka im Kanton» und «Nein zum Verhüllungsverbot».

Ein verhüllter Bistumsheiliger – was sagt das Bistum St.Gallen zur Vorlage? Diese sei eine schlechte Antwort auf ein nicht vorhandenes Problem, schreibt es in einer offiziellen Stellungnahme. Eine eigentliche Parole hat das Bistum nicht gefasst. Es gebe bereits ein Vermummungsverbot für Sportanlässe und bewilligungspflichtige Versammlungen, faktisch gehe es um ein Burkaverbot. Burkaträgerinnen seien im Kanton aber kaum anzutreffen. «Zudem sind Fragen rund um Integration, das Selbstbestimmungsrecht von Frauen oder das Zusammenleben der Religionen nicht über solche Verbote zu lösen.»

Reformierte besorgt um Gesprächsklima

Der Kirchenrat der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen hat eine Parole gefasst. Er empfiehlt, die Vorlage abzulehnen. Das Verbot erziele wenig Wirkung, da im Kanton kaum je Nikab- und Burkaträgerinnen anzutreffen seien. Die Nebenwirkungen hingegen seien stark, weil die Vorlage auf ein religiöses Symbol ziele, «das die gesamte muslimische Gemeinschaft betrifft». Der Kirchenrat befürchte, das Gesprächsklima zwischen den Religionsgemeinschaften könnte sich dadurch verschlechtern. Er sei überzeugt, der interreligiöse Dialog oder Bestrebungen der Integration seien zielführender als Verbote.

Keine religiöse, aber eine schweizweit prominente Gegnerin des Verbots ist die politische Bewegung Operation Libero. Sie ist Teil des «Komitees gegen Verbotskultur», dem auch die St.Galler Jungen Grünen, die Juso, die Jungen Grünliberalen, die Jungfreisinnigen, Grüne, SP und GLP angehören. Die Operation Libero hat Teams in Basel, Bern, Genf und Zürich, nicht aber in der Ostschweiz, auch wenn hier viele Personen aktiv seien, sagt Silvan Gisler, Leiter Kommunikation.

Glarner Stimmvolk schickte Burkaverbot bachab

Warum engagiert sich die Bewegung im Kanton St.Gallen? «Wir sind grundsätzlich gegen ein Burkaverbot», sagt Gisler und verweist auf die Initiative, die auf Bundesebene hängig ist.

«Für uns ist das Verhüllungsverbot im Kanton St.Gallen ein nationales Thema, das kantonal aufgegriffen wird.»

Als das Glarner Stimmvolk im vergangenen Jahr das Burkaverbot verwarf, habe sich die Operation Libero im Vorfeld ebenfalls gegen das Verbot stark gemacht.

Längst haben die Parteien im Kanton St.Gallen ihre Stimmempfehlungen abgegeben. Einzig SVP, Junge SVP und CVP sind für das Verbot. Die Junge CVP stellt sich gegen ihre Mutterpartei, sie hat Stimmfreigabe beschlossen.

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