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Kirchberg hat seinen eigenen Feiertag

In Kirchberg steht das öffentliche Leben am 14. September still. Das Dorf begeht an diesem Tag das Heiligkreuzfest. Vor 333 Jahren soll sich in der katholischen Kirche während der Predigt von Pfarrer Schenkle das Kreuz bewegt haben.
Beat Lanzendorfer
Das Kreuz mit Velum, das sich 1685 über eine Viertelstunde lang bewegt hat, hängt heute noch in der katholischen Kirche. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Das Kreuz mit Velum, das sich 1685 über eine Viertelstunde lang bewegt hat, hängt heute noch in der katholischen Kirche. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Kirchbergerinnen und Kirchberger, die in der kommenden Woche einen Behördengang tätigen müssen oder Einkäufe planen, sollten dies möglichst vor dem 14. September erledigt haben. An besagtem Tag ist in Kirchberg die Eingangstüre des Gemeindehauses nämlich geschlossen, ebenso jene des Dorfladens, und auch die Schulkinder haben frei.

Das Dorf im Toggenburg begeht den Feiertag des Kreuzwunders, bekannt auch als Heilig-Kreuz-Fest. Das Besondere daran: Auf dem übrigen Gebiet der Fünf-Dörfer-Gemeinde, zu der auch rund hundert Weiler gehö­ren, zählt der 14. September als normaler Werktag.

Wunder ereignet sich kurz vor Weihnachten

Die Anfänge des Kreuzwunders gehen auf das 17. Jahrhundert zurück. Am 3. Adventssonntag im Jahre 1685 ereignete sich in der katholischen Kirche das sogenannte Kreuzwunder. Ein Ereignis, das die Menschen über die Jahrhunderte hinweg bis heute beschäftigt. Pfarrer Schenkle sprach an diesem denkwürdigen Datum vor 333 Jahren in seiner 4. Kreuzpredigt in einer fast einstündigen Ansprache vom Nutzen des Kreuzzeichens. Während der Predigt vollzog sich eine ­besondere Bewegung, die nur aus dem Glauben heraus zu erklären ist.

Er habe nichts gemerkt ausser eine merkwürdige Bewegung im Volk. Menschen seien aufgestanden und hätten miteinander geredet. Aber dies sei nichts Aussergewöhnliches, sondern gebe es des Öfteren, insbesondere, wenn jemand umfalle. In dieser Annahme habe er seine Predigt deshalb fortgesetzt. Erst nach dem Gottesdienst habe er erfahren, was vorgefallen war, schildert Pfarrer Schenkle seine Eindrücke, die in einer Festschrift zum 333-Jahr-Jubiläum festgehalten sind.

Durch eine unsichtbare Hand wurde das Kreuz von der Wand abgenommen, in die Höhe erhoben und nach unterschiedlichen Hin- und Herbewegungen wieder zurückgehängt. Das Velum um das Kreuz habe sich mehr als eine Viertelstunde stark bewegt, obwohl nicht ein bisschen Wind im Raum vorhanden war.

Kirche hört etliche Zeugen des Vorfalls an

In der Messe waren mehr als 200 Personen Zeugen der Kreuzesbewegung und somit des Kreuzeswunders von Kirchberg. Abgesehen von der grossen Aufregung, welche die Bewegung des Kreuzes ausgelöst hat, wurde eine kirchliche Untersuchung angeordnet. Von den mehr als 200 Zeuginnen und Zeugen wurden etliche vereidigt und angehört. Das Ergebnis der ersten kirchlichen Untersuchung lautete:

«Das Kreuz hat sich bewegt, und die Bewegung wurde nicht durch einen Kunstgriff hervorgerufen.»

Das Fest der Kreuzerhöhung, also des Heiligkreuztags, hat im Kirchenjahr einen festen Platz wie Pfingsten oder Ostern. Zugleich findet am 14. September auch der letzte jährliche Wettersegen statt. Aus diesem Grund feiert Kirchberg nicht am Tage des Wunders (16. Dezember), sondern am 14. September.

Weil sich das Ereignis 2018 zum 333. Mal jährt, wird Bischof Markus Büchel am nächsten Freitag den Festgottesdienst mit seiner Predigt mitgestalten. Der Gottesdienst zum Heiligkreuzfest beginnt in der katholischen Kirche um 9.30 Uhr.

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