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Keine Zivis in Ostschweizer Schulen

Zivildienstleistende im Klassenzimmer: Ein Lösungsansatz, der in verschiedenen Schweizer Kantonen diskutiert wird. In der Ostschweiz ist die Idee weitgehend unbekannt. Obwohl im Kanton St.Gallen drei ähnliche Projekte laufen.
Sebastian Schneider

Zivildienstleistende, offiziell auch Zivis genannt, sollen ihre Dienstpflicht im Klassenzimmer erfüllen. Eine Idee, die gleich zwei Probleme auf einen Schlag lösen soll. Erstens könnten damit Lehrerinnen und Lehrer entlastet werden und zweitens neue, dringend nötige Zivildienststellen geschaffen werden. Dieser Tage ist eine Studie vom Kanton Bern veröffentlicht worden, die diesen Lösungsansatz unterstützt.

Bei den Ostschweizer Kantonen ist die Idee noch relativ unbekannt. In den beiden Appenzell sieht man ohnehin keinen dringenden Handlungsbedarf für eine Entlastung der Lehrkräfte. In den Kantonen Thurgau und St.Gallen gibt man sich zurückhaltend. Die Idee zu beurteilen sei verfrüht, heisst es etwa beim Leiter des Amts für Volksschule Rolf Rimensberger. Er selber stünde der Idee skeptisch gegenüber.

Bereits drei Projekte in St.Gallen

Das Prinzip, Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht durch Laien zu unterstützen, ist in der Ostschweiz indes nicht unbekannt. In den Schulgemeinden Wattwil-Krinau und Rapperswil-Jona setzt man schon seit Jahren Laien dafür ein. In Grabs wurde kürzlich ein ähnliches Projekt gestartet (Ausgabe vom 18. August).

«Zivis, warum nicht?»

In Wattwil hat man mit der sogenannten Unterrichtsassistenz bereits vor fünf Jahren begonnen. Das Projekt sei unkompliziert und erfolgreich, sagt der Schulratspräsident von Wattwil-Krinau Norbert Stieger. Vor allem wenn einzelne Schüler in der Klasse negativ auffallen, habe man zur Entlastung der Lehrkraft eine Assistenz eingesetzt. «Es sind Leute, die teils schon den Mittagstisch betreut oder Schulausflüge begleitet haben», sagt Stieger. Er ist überzeugt davon, dass die Aufgabe auch Zivis übernehmen können. «Es kommt einfach auf die Person an.»

Auch in Rapperswil-Jona läuft das Projekt erfolgreich. Wichtigste Voraussetzung zur Unterrichtsassistenz ist dort die Erfahrung mit Kindern. Deshalb seien zum Beispiel Mütter für die Aufgabe geeignet. «Da sie die Lehrer ja nur unterstützen und nicht ersetzen, ist eine pädagogische Ausbildung nicht Voraussetzung», sagt Daniel Schweingruber, pädagogischer Leiter der Schulgemeinde Rapperswil-Jona. Über Zivis als Unterrichtsassistenten würde er sich gar freuen: «Vor allem weil männliche Lehrer rar sind», sagt er.

Lehrerverband wünscht Profis

Kritisch gegenüber der Unterrichtsassistenz durch Zivis ist der kantonale Lehrerinnen- und Lehrerverband (KLV). Co-Präsident Hansjörg Bauer fragt sich, ob das Einsetzen von Zivis im Schulunterricht überhaupt einen Nutzen bringt. Schliesslich fehlten diesen eine adäquate Ausbildung. Bauer zieht den Vergleich zum Gesundheitswesen: «Wenn ich im Spital bin, möchte ich auch von Profis gepflegt werden.»

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