«Keine Stacheldraht-Atmosphäre»

Nationalbankpräsident Thomas Jordan, Swatch-Chef Nick Hayek, Bundesrat Johann Schneider-Ammann – sie alle werden ab morgen am 45. St. Gallen Symposium erwartet. Das gibt auch Arbeit für die Sondereinheit der Kantonspolizei.

Tim Näf
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ST. GALLEN. Die HSG lockt einmal mehr mit grossen Namen aus Wirtschaft, Politik und Forschung. Zum 45. Mal versammeln sich Chefs von Weltkonzernen, Staatspräsidenten und internationale Wirtschaftsexperten auf dem Campus in St. Gallen. Erwartet werden auch kontroverse Personen wie Paul Kagame. Der Präsident Ruandas hat die Opposition im eigenen Land gänzlich ausgelöscht. Medien werden zensiert, Zeitungen verboten und Oppositionspolitiker verschwinden regelmässig. Kagame ist unter Staatschefs aber eine Ausnahme – die übrigen Politiker sind weit weniger umstritten, etwa Sigmundur Davío Gunnlaugsson, Premierminister von Island, oder Joseph Muscat, Premierminister von Malta. Die Schweizer Regierung wird von Bundesrat Johann Schneider-Ammann vertreten.

Schweizer Prominenz

Organisiert wird die Veranstaltung von Studenten. «Durch das über Jahre gewachsene Netzwerk konnten wir auch dieses Jahr bedeutende Personen für das Symposium gewinnen», sagt Balduin Bippus, Wirtschaftsstudent im zweiten Jahr und Medienverantwortlicher des Symposiums. Schneider-Ammann ist nicht der einzige Schweizer Prominente, der auf der Gästeliste steht. Auch Nationalbank-Präsident Thomas Jordan und Swatch-Chef Nick Hayek werden auf dem Rosenberg erwartet. Ein verstärktes Sicherheitsdispositiv wird Anders Fogh Rasmussen, ehemaliger Generalsekretär der Nato, in St. Gallen in Anspruch nehmen. Als er 2012 an der Universität Zürich eine Rede hielt, verwüsteten Chaoten die Mensa.

Was die Sicherheit angeht, hat die Universität aber keine Bedenken, wie Johannes Berchtold, Chef der operativen Geschäftsleitung des Symposiums sagt. «Wir sind aber auf alle Eventualitäten vorbereitet.» Die Philosophie für das Sicherheitskonzept laute: So wenig und so diskret wie möglich, aber so viel als nötig. «Wir wollen aber keine Stacheldraht-Atmosphäre wie am WEF in Davos haben.» Leute wie Weltbank-Finanzchef Bertrand Badré oder Stephen Lee, Präsident der Singapur Airlines, werden von den Verantwortlichen des Symposiums ebenfalls rundum betreut, genauso wie Roche-Präsident Christoph Franz oder sein Kollege von Novartis, Joerg Reinhardt.

Persönliches Personal

Für die Sicherheit ist die Bundespolizei in Zusammenarbeit mit den örtlichen Polizeikorps verantwortlich. «Die exponierten Personen werden einer Prüfung der Bundespolizei unterzogen und in verschiedene Sicherheitsstufen eingeteilt», sagt Berchtold. Für den eigentlichen Personenschutz ist dann die Sicherheitspolizei – genauer die Interventionseinheit der Kantonspolizei – verantwortlich. «Die Mitglieder verfügen über eine spezielle Ausbildung und trainieren mehrmals im Monat», sagt Sprecher Gian Andrea Rezzoli. «Es kann aber auch sein, dass ausländische Staatschefs ihr persönliches Sicherheitspersonal mitnehmen.»

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