Keine klaren Vorteile für kantonale Einheitskasse

Eine regionale Einheitskasse könnte die Gesundheitskosten senken, hoffen Ostschweizer Kantone. Doch eine Studie dämpft die Erwartungen.

Marc Haltiner
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Die Resultate der Studie wurden mit Spannung erwartet. Denn zum ersten Mal liessen die Ostschweizer Gesundheitsdirektoren die Vor- und Nachteile eines Systemwechsels bei den Krankenkassen von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften untersuchen. Eine regionale Einheitskasse – beispielsweise eine pro Kanton – könnte die Verwaltungskosten und die Kosten der zahlreichen Kassenwechsel senken, so die Hoffnung.

Die Gesundheitsdirektoren wollen die Studie heute in Schaffhausen vorstellen. Unserer Zeitung liegt sie bereits vor – und sie kommt zu keinem klaren Schluss: Bei den Verwaltungskosten seien Einsparungen möglich, die jedoch die Krankenkassenprämien im besten Fall um ein Prozent senken würden. Im Gegenzug habe eine regionale Einheitskasse weniger Anreize, den Service auf die Kunden abzustimmen. Bei den Gesundheitskosten sei das Potenzial zu Kostensenkungen grösser. Ob eine Einheitskasse oder die heutigen Krankenkassen dieses Potenzial stärker nutzen, hänge davon ab, wie sich der neue Risikoausgleich zwischen den Kassen auswirken werde.

Für die Versicherten würde eine kantonale Einheitskasse gemäss Studie bedeuten, dass die Prämien der guten Risiken eher steigen, jene der schlechten, also der älteren und kranken Menschen, eher abnehmen. Der Hauptvorteil der Einheitskasse bestehe darin, dass die Risikoselektion und damit die Wechselkosten entfielen. Das wichtigste Argument gegen einen Systemwechsel seien die Vorteile des Wettbewerbs, die wegfielen. Im heutigen Markt spiele dieser aber nur bedingt.