Keine Entspannung für Rheintaler Gewerbe

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Schweizer Einkaufstouristen gewöhnen sich zunehmend an ausländische Produkte. (Bild: Michel Canonica (Konstanz, 13. Dezember 2017))

Schweizer Einkaufstouristen gewöhnen sich zunehmend an ausländische Produkte. (Bild: Michel Canonica (Konstanz, 13. Dezember 2017))

Umsätze Zu den Auswirkungen des Einkaufstourismus auf die Ostschweiz gibt es derzeit unterschiedliche Signale. Das Konstanzer Gewerbe meldet sinkende Umsätze mit Schweizer Kunden, der Verband der Thurgauer Fachgeschäfte ist optimistischer als auch schon. Anders sieht es im Rheintal aus: «Nach meiner Beurteilung gibt es leider noch keine spürbare Entspannung beim Einkaufstourismus», sagt Thomas Ammann, CVP-Nationalrat und Präsident des Vereins St. Galler Rheintal. «Der Eurokurs ist auch erst seit kurzem gestiegen.» Zudem sei nicht allein der günstige Wechselkurs massgebend für den Einkaufstourismus, sondern auch die Tatsache, dass die Nahrungsmittel im nahen Ausland nach wie vor günstiger seien. «Wenn der finanzielle Spielraum klein ist, dann muss man Einkaufstouristen respektieren, die ihren Warenkorb im Ausland füllen.» Zugleich verweist Ammann darauf, dass der Nationalrat den Bundesrat soeben beauftragt hat, auf­zuzeigen, wie mit einem neuen Mehrwertssteuerregime der Einkaufstourismus bekämpft werden könnte.

Dass der Detailhandel im Rheintal besonders leidet, hat auch die St. Galler Regierung eingeräumt: Die Zahl der Detailhandelsbetriebe sei in den vergangenen Jahren im gesamten Kanton gesunken, besonders aber im Rheintal. Nebst dem klassischen Einkaufstourismus sei der Onlinehandel ein Hauptgrund für den Rückgang. Handlungsbedarf auf kantonaler Ebene sieht die Regierung allerdings nicht: Das Problem müsse auf Bundesebene gelöst werden. (av)

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