Keine Eier und Mehl für Jugendliche: Polizei bittet Läden an Halloween um Zurückhaltung beim Verkauf

Was als harmloser Streich gedacht ist, kann ins Sackgeld gehen. Wenn Eier an Fassaden landen, führt das häufig zu hohen Sachschäden. Die Eltern von St. Galler Oberstufenschülern sind darum von der Kantonspolizei sensibilisiert worden. Auch die Läden werden angehalten, verdächtige Käufe zu stoppen.

Elias Hostettler
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Halloween ist vor allem bei der jungen Bevölkerung beliebt.

Halloween ist vor allem bei der jungen Bevölkerung beliebt.

Bild: Philippe Lissac

Der 31. Oktober ist der Tag des Grauens. Halloween ist zwar nicht sehr tief in der Schweizer Kultur verwurzelt, doch vor allem Jugendliche beteiligen sich aktiv am gruseligen Feiertag. Verkleidet und geschminkt als schaurige Gestalten laufen sie durch die Strassen, treffen sich an Halloweenpartys. In den vergangenen Jahren waren aber nicht nur die Verkleidungen schaurig, sondern auch die Bilder am Morgen danach, schreibt die Kantonspolizei St.Gallen am Mittwoch in einer Mitteilung. «Eier, Mehl, Rasierschaum und andere Mittel klebten jeweils da und dort.»

Bemühungen der Polizei zeigen Früchte

Seit einigen Jahren sensibilisiert die Polizei darum im Voraus für die Konsequenzen solcher Sachbeschädigungen. Nachdem sie 2015 Klagen aus 13 St. Galler Gemeinden erreichten, habe die Kantonspolizei mit diesen präventiven Massnahmen die Lage immer besser unter Kontrolle bringen können, sagt Florian Schneider von der Kantonspolizei St. Gallen. Seitdem sei die Zahl der gemeldeten Sachbeschädigungen zurückgegangen und 2019 sogar beim Optimum von null Anzeigen angelangt.

Zum Erfolg geführt hätte neben den Bemühungen im Vorfeld auch der Einsatz von Patrouillen an Halloween selber. In Zivil werden Polizisten auch dieses Jahr unterwegs sein und die Feiernden kontrollieren. Dabei könnten auch Gegenstände konfisziert werden, sagt Schneider. Beispielsweise würden Eierschachteln eingezogen, die dann am nächsten Tag auf dem Polizeiposten wieder abgeholt werden können.

Eier an einer Fassade könnten demnach Schäden von über 10 000 Franken verursachen, sagt Schneider. «Wenn nicht sofort entfernt, fressen sich Eier regelrecht ein und die Fassade muss unter Umständen sogar neu gestrichen werden.» Dieser Auswirkungen seien sich die Täter häufig nicht bewusst. Um sie davor zu schützen, habe man die Eltern aller Oberstufenschüler im Kanton im Vorfeld angeschrieben, sagt Schneider.

Auch die Läden wurden von der Polizei auf die Problematik aufmerksam gemacht. Sie wurden darum gebeten, Produkte wie Eier, Mehl und Rasierschaum nur zurückhaltend an Jugendliche zu verkaufen. Auch die Migros habe dieses Schreiben erhalten, sagt Andreas Bühler, Leiter Kommunikation der Migros Ostschweiz. «Unsere Mitarbeiter sind informiert. Es gilt, die Weisung mit Augenmass umzusetzen.» Aus den letzten Jahren seien ihm aber keine Fälle bekannt, bei denen es im Vorfeld des Halloweenabends zu verdächtigen Eier- oder Mehlkäufen gekommen wäre. Sollte es aber dazu kommen, wäre man bei der Migros bereit, sagt Bühler. Das Personal würde die Käufer ansprechen und nach deren Absicht fragen.

«Je nach Einschätzung kann der Verkauf im äussersten Fall auch verweigert werden.»