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Kein Smartphone vor dem Schlafengehen: Hilti zeigt Wege zur inneren Balance

Keine E-Mails am Abend, kein Multitasking und ein positiver Start in jedes Meeting: In Teamcamps erklären erfahrene Mitarbeiter der Hilti-Gruppe ihren Kollegen, wie sie sich besser vor Überlastung schützen können.
Ursula Wegstein
Techniken für mehr Achtsamkeit im Arbeitsalltag schaffen Erholung und stärken die psychische Widerstandskraft. (Bild: Getty)

Techniken für mehr Achtsamkeit im Arbeitsalltag schaffen Erholung und stärken die psychische Widerstandskraft. (Bild: Getty)

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Meetings am laufenden Band. Zeitdruck. Und eine To-do-Liste, die niemals enden will: Stress bei der Arbeit kennt jeder. Inzwischen engagieren sich auch die Unternehmen vermehrt für bessere Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz. So hat die Hilti-Gruppe mit Sitz in Schaan die Rückmeldungen aus den jährlichen Mitarbeiterbefragungen aufgegriffen. Alle Länderorganisationen haben Überlegungen angestellt, wie die Arbeitsbelastung besser zu bewältigen wäre. In einem zweitägigen Teamcamp sensibilisieren erfahrene Mitarbeiter aus den Unternehmensbereichen, sogenannte Sherpas, über 29 000 Arbeitskollegen weltweit für das Thema Achtsamkeit am Arbeitsplatz.

«Es ist eine Zwickmühle», sagt Eivind Slaaen, Leiter People and Culture Development bei Hilti. «Einerseits wollen wir ständig besser werden, andererseits müssen wir aufpassen, dass uns alles zusammen – also die beruflichen und privaten Aktivitäten – nicht zu viel werden». Deshalb setze Hilti nun ganzheitlich an und stelle sämtliche Aspekte des Lebens und den Menschen in den Mittelpunkt. Die Anregungen aus dem aktuellen Teamcamp betreffen das Berufsleben und das Privatleben gleichermassen. Im Zentrum stehe die Frage, wie man die Aufgaben besser bewältigen könne. Die Auszeit im Teamcamp schaffe Freiraum, sich über das eigene Verhalten bewusst zu werden. Und zeige Wege auf, wie man sich weniger verzettelt oder besser fokussieren kann.

Multitasking ist ein Mythos

«Multitasking ist cool, so das allgemeine Verständnis», sagt Eivind Slaaen. «Indem die Kollegen etwas Konkretes erklären und gleichzeitig eine gewisse Zahlenfolge an das Whiteboard schreiben sollen, merken sie, dass Multitasking nicht funktioniert». Bei erlebnisorientierten Aktivitäten sollen die Mitarbeiter auch erfahren, wie viel Zeit durch Ablenkung beispielsweise durch das Smartphone verloren geht. Slaaen sagt:

«Wenn mir bewusst ist, wie viel Zeit ich am Tag verliere, wenn ich 150-mal auf mein Smartphone schaue und dann immer wieder zu dem Punkt zurückfinden muss, an dem ich zuvor war, kann ich das eher ändern.»

Ein anderer Aspekt, den das Teamcamp thematisiert, ist die Kommunikation im Arbeitsleben. Beispielsweise diskutieren die Teams, ob die Fülle an E-Mails der richtige Weg ist und ob man solche auch ausserhalb der Arbeitszeit beantworten sollte. «Der Hintergrund ist, dass viele vor dem Zubettgehen noch einen Blick auf ihr Smartphone werfen», sagt Slaaen. Auch hier will man ein Bewusstsein schaffen, dass solche Informationen zu dieser Zeit dazu führen können, dass jemand schlechter einschläft oder nachts wieder aufwacht, weil ihn etwas beschäftigt. Wenn auch nur unterbewusst. Für die Mitarbeiter im Aussendienst gibt es Übungen, wie man sich auf längeren Autostrecken erholt.

Doch die Theorie soll zur Praxis und im Idealfall zur Gewohnheit werden. Da es dazu etwa neun Wochen und soziale Unterstützung brauche, soll sich jeder Mitarbeiter ein bis zwei Themen herauspicken, mit denen er sich beschäftigen möchte. Zudem findet jede Woche ein Austausch im Dreierteam statt. «Alleine schafft man das nicht», sagt Slaaen.

Jedes Meeting soll positiv beginnen

Neben jedem Einzelnen sollen auch die Teams durch mehr Achtsamkeit profitieren. So soll jedes Meeting bewusst mit etwas Positivem beginnen. «Negative Nachrichten überwiegen im täglichen Leben, insbesondere in den Medien. Weil das dem Einzelnen zu viel werden könnte, versuchen wir, das Positive herauszupicken.» So ändere sich die eigene Stimmung, die Atmosphäre im Team und es entstehe Raum für Kreativität.

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