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Absage an die Ostschweiz: Weshalb Micarna die Pouletverarbeitung in Courtepin konzentriert

Die Migros reagiert auf den Anstieg des Pouletkonsums und investiert - aber nicht in der Ostschweiz. Der geplante Schlachthof Bütschwil-Ganterschwil kommt nicht zustande. Stattdessen will die Micarna den bestehenden Geflügelbetrieb in Courtepin erneuern.
Kaspar Enz
Der Pouletkonsum nimmt kontinuierlich zu. Micarna reagiert und investiert - aber nicht in der Ostschweiz. (Bild: pd)

Der Pouletkonsum nimmt kontinuierlich zu. Micarna reagiert und investiert - aber nicht in der Ostschweiz. (Bild: pd)

Die Schweizer mögen Poulet. Rund 12 Kilogramm werden pro Kopf verspeist. Verglichen mit unseren Nachbarländern ist aber noch Luft nach oben, sagt Albert Baumann, Betriebsleiter der Micarna. Tatsächlich nimmt der Pouletabsatz kontinuierlich zu. «Gerade im Convenience-Bereich haben wir viele neue Produkte eingeführt, die gut laufen», sagt er.

«Und wo immer Menschen verschiedener Religionen zusammenkommen ist Poulet die bevorzugte Wahl.»

Deshalb setzt auch der Fleischverarbeitungsbetrieb der Migros auf Geflügel. Die Micarna verarbeitet heute über 30 Millionen Poulets pro Jahr und beliefert damit 40 Prozent des Marktes. Sie will ihre Kapazitäten ausbauen: Über 50 Millionen Poulets soll die Micarna dereinst verarbeiten, heisst es im Masterplan Geflügel 2050 der Migros, die darin allerdings auf die ganz lange Frist plant.

Micarna gibt ATV Ost auf

Dafür investiert die Micarna in Produktionskapazitäten. Zumindest vorerst aber nicht in der Ostschweiz. Wie Albert Baumann gestern bei einer Medienkonferenz sagte, gibt die Migros das Projekt ATV Ost, das einen Verarbeitungsbetrieb in der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil vorsah, auf.

Micarna-Unternehmensleiter Albert Baumann. (Bild: PD)

Micarna-Unternehmensleiter Albert Baumann. (Bild: PD)

Die Möglichkeit, Ostschweizer Poulet in der Region zu verarbeiten und die Nähe zum Betrieb in Bazenheid hätten zwar für Bütschwil gesprochen, sagte Baumann. Die Erneuerung des Standorts Courtepin habe aber höhere Priorität. Dieser Neubau sei notwendig und führe zu einem Kapazitätsausbau.

Elterntierparks und modernste Brüterei für Pouletmast

Dass die Micarna dem Standort im Kanton Freiburg den Vorzug gibt, hat Gründe. In Courtepin verarbeitet die Micarna schon lange ihr Geflügel, Bern, Freiburg und die Waadt sind die Kantone mit den höchsten Beständen an Poulets. Hier investierte Micarna zuletzt auch in Geflügel-Betriebe: In den Muttertertierpark im Wallis, wo Elterntiere in der Pouletmast einen eigenen Wintergarten und mehr Platz erhalten, oder die neue Brüterei in Avenches.

Neben den logistischen Überlegungen spielten aber auch finanzielle Überlegungen eine Rolle. «Investitionen in zwei Schlachthöfe wären schwierig zu finanzieren gewesen», sagte Baumann. Die Micarna stehe in Abhängigkeit zur gesamten Gruppe. Und diese schnallt den Gürtel enger: In den letzten Monaten gab die Migros in mehreren Bereichen Sparmassnahmen bekannt.

Micarna dankt Gemeinde und Landbesitzern

Als allfälliger neuer Standort für einen Geflügelverarbeitungsbetrieb der Micarna ist Bütschwil-Ganterschwil schon länger im Gespräch. Robert Jaquet, Leiter der Standortevaluation bei Micarna, dankt Gemeinden, Kanton und Landbesitzern für die stets guten Gespräche. Dass der Entscheid negativ ausgefallen ist, bedauert er. Die Micarna bleibe aber mit dem Standort Ostschweiz verbunden, sagte Baumann.

Es sei möglich, dass die Micarna eines Tages einen zweiten Verarbeitungsbetrieb für Geflügel baut. Genaueres könne man dazu aber noch nicht sagen, sagte Baumann. Der Standort in Bütschwil dürfte bis dann nicht mehr zur Verfügung stehen.

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