Kein Ende der Dürre in Sicht: Trotz Gewittern bleibt es in der Ostschweiz trocken

In der Nacht von Montag auf Dienstag hat es an einigen Orten in der Ostschweiz geregnet. Auch wenn sich diese Woche weitere Gewitter ankündigen: Ein Ende der Dürreperiode ist nicht absehbar. 

Rossella Blattmann
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Gewitterwolken über dem Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Gewitterwolken über dem Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Hat die Dürreperiode in der Ostschweiz bald ein Ende? Die Antwort lautet: Nein. Zwar hat es an mehreren Orten, zum Beispiel im Kanton Thurgau und im Appenzellerland, am Montagabend geregnet. «Am meisten Niederschlag mit rund 50 bis 60 mm fiel letzte Nacht in der Region Wattwil», sagt Denise Praloran, Meteorologin bei Meteo Schweiz. An vielen Orten in der Ostschweiz sei es aber komplett trocken geblieben.

Böden brauchen mehr als ein Gewitter

Neue Niederschläge und Gewitter werden für Donnerstag und Freitag  erwartet. Doch dieser Regen reiche nicht aus, um die Trockenheit langfristig zu beenden. «Ein Ende der Dürreperiode ist noch lange nicht in Sicht», sagt Meteorologin Praloran.

«Auch wenn es an mehreren Orten in der Ostschweiz gewittern und regnen wird: Länger andauernder, flächendeckender Regen bleibt in der Ostschweiz nach wie vor aus.»

Damit sich die Böden erholen können, müsste es länger und gleichmässiger regnen.

Kurze Hitzepause

Erfreulich zumindest, dass gegen Freitag die Temperaturen vorübergehend um rund 10 Grad zurückgehen. «Eine langfristige Abkühlung ist in der Ostschweiz aber nicht in Sicht», sagt sie. Der Kälteeinbruch lasse weiterhin auf sich warten.

Die Ostschweiz fragt sich: Droht gar eine Dürreperiode bis im Herbst? «Einen Ausblick bis September kann ich nicht geben. Wir können verlässliche Wetterprognosen nur für den Zeitraum einer Woche machen», sagt Meteorologin Praloran. Eine Tendenz zu Niederschlag sei in den längerfristigen Modellen für die nächsten drei Wochen nicht auszumachen.

Höchste Waldbrandgefahr im Kanton St.Gallen 

Aufgrund der Trockenheit und der hohen Temperaturen steigt die Waldbrandgefahr im Kanton St.Gallen. Wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt, gilt ab sofort die höchste Gefahrenstufe beim Waldbrandrisiko. Gefährdet seien insbesondere flachgründige, südexponierte Lagen im Rheintal oder Sarganserland. Das trockene Wetter zeigt sich im Wald etwa an verfrühten Laubverfärbungen oder Laubabwurf. Daher bleibt das absolute Feuer- und Feuerwerksverbot weiterhin bestehen.

Das Grundwasser auf dem Thurgauer Seerücken wird knapp

Der Fachstab Trockenheit ruft zum haushälterischen Umgang mit Wasser auf. Das Grundwasser auf den Anhöhen geht allmählich zur Neige. Im Thurtal würde es hingegen erst kritisch, wenn mehrere trockene Jahre aufeinander folgen sollten.
Thomas Wunderlin