«Kein Bedarf für ein Babyfenster»

Die Spitäler Einsiedeln und Davos verfügen über sogenannte Babyfenster. Verzweifelte Mütter können hier ihr Baby anonym in in sichere Obhut geben. Ostschweizer Spitäler sehen keine Notwendigkeit für solch eine Einrichtung.

Sarah Schmalz
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Das Babyfenster beim Spital Einsiedeln. Sieben Neugeborene wurden hier seit 2001 anonym abgegeben. (Bild: ky / Sigi Tischler)

Das Babyfenster beim Spital Einsiedeln. Sieben Neugeborene wurden hier seit 2001 anonym abgegeben. (Bild: ky / Sigi Tischler)

Ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung hält Babyfenster für eine sinnvolle Einrichtung. Das ist nachvollziehbar: Laut Dominik Müggler von der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind (SHMK), welche die Babyfenster installiert, retten diese Fenster Leben: Verzweifelte Mütter, die ihren Säugling allenfalls aussetzen oder töten würden, könnten nun ihr Kind anonym in sichere Obhut übergeben. Wegen der guten Erfahrungen in Einsiedeln hat die SHMK im Juni in Davos ein zweites Babyfenster eröffnet. Die Organisation ist optimistisch, bald auch im Raum St. Gallen/ Appenzell/Toggenburg ein Fenster installieren zu können. Die Ostschweizer Spitäler zeigen sich jedoch zurückhaltend. Denn in Fachkreisen sind Babyfenster längst nicht so unumstritten wie in der Bevölkerung.

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