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Kaum Verkehrsunfälle, dafür Rekordzahlen in Skigebieten: Das Ostschweizer Winterwochenende im Überblick

Am Wochenende ist in der Ostschweiz nochmals reichlich Neuschnee gefallen. Während die Lawinengefahr weiterhin als hoch eingeschätzt wird, hat sich die Verkehrslage grösstenteils beruhigt.

Alain Rutishauser
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Der Schnee hält sich weiterhin wacker, so auch am Sonntag im Kreuzbleichequartier in St.Gallen.

Der Schnee hält sich weiterhin wacker, so auch am Sonntag
im Kreuzbleichequartier in St.Gallen.

Bild: Michel Canonica

Die Ostschweiz versinkt weiterhin im Schnee. Nachdem am Samstag für kurze Zeit kein Neuschnee gefallen war, ging der Schneefall am Sonntag munter weiter. Meteo Schweiz rechnet für Sonntag und Montag in der Stadt St.Gallen nochmals mit bis zu 20 Zentimetern Neuschnee. In der Region Werdenberg sollen sogar bis zu 30 Zentimeter fallen. In St.Gallen liegt derzeit laut Wetterstation über 60 Zentimeter Schnee, die Wetterstation in Aadorf-Tänikon im Thurgau misst immerhin 35 Zentimeter. In den Regionen Rheintal, Werdenberg und Obertoggenburg sowie dem Appenzell herrscht die Gefahrenstufe 3 von 5 möglichen Stufen.

Kaum mehr Verkehrsunfälle wegen Schnee

Trotz Neuschnee hat sich die Lage auf Ostschweizer Strassen beruhigt. Musste die Kantonspolizei St.Gallen am Donnerstag noch über 50 Mal ausrücken, gab es bis Sonntagnachmittag gerade noch vier Unfälle wegen der Schneeverhältnisse. Eine 31-jährige Frau zog sich bei einem Unfall auf dem Ricken leichte Verletzungen zu. «Die Feuerwehr musste am Sonntag ausserdem fünf Mal wegen umgestürzter Bäume ausrücken», sagt Daniel Hug, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen.

Auch im Thurgau hat sich die kürzlich noch eher chaotische Lage beruhigt. Bei der Kantonspolizei Thurgau gingen bis Sonntagnachmittag nur zwei Meldungen wegen schneebedingter Verkehrsunfälle ein. Verletzt wurde niemand.

Der öffentliche Verkehr ist teilweise beeinträchtigt. So ist die Bahnstrecke Weissbad-Wasserauen wegen starker Winde unterbrochen. Die Rheineck-Walzenhausen-Bahn fährt nicht. Auch zwischen Lustmühle und der Stadt St.Gallen kam es am Sonntagnachmittag zu einem Unterbruch, ebenso in Bahnhof Wattwil.

Viele mussten am Sonntag erst mal ihr Fahrzeug vom Schnee befreien, bevor die Fahrt losgehen konnte.

Viele mussten am Sonntag erst mal ihr Fahrzeug vom Schnee befreien, bevor die Fahrt losgehen konnte.

Bild: Michel Canonica

Skigebiete profitieren vom Neuschnee

Der viele Schnee und das schöne Wetter lockten am Samstag zahlreiche Schneesportler in die Skigebiete. «Der Samstag war ein wunderschöner Tag. Wir hatten sehr viele Gäste», sagt Klaus Nussbaumer, CEO der Pizol Bergbahnen. Auch beim Flumserberg war der Andrang am Samstag gross. So gross, dass bereits ab 9.30 Uhr keine Tagestickets mehr verkauft wurden. «Die ÖV-Reisenden wurden am Bahnhof Unterterzen nicht mehr rausgelassen. Auch die Autos wurden nicht mehr ins Gebiet gelassen», sagt Heinrich Michel, CEO der Bergbahnen Flumserberg. Auch die Kantonspolizei St.Gallen habe mitgeholfen, den Verkehr zu regeln. «Wir konnten am Samstag 7000 Gäste empfangen», sagt Michel. Dies sei bisheriger Rekord im Coronawinter. Vor Corona seien es allerdings rund 12'000 Gäste gewesen.

Warum ins überfüllte Skigebiet? Zwei St.Galler fahren gleich mitten durch die Stadt.

Warum ins überfüllte Skigebiet? Zwei St.Galler fahren gleich mitten durch die Stadt.

Bild: Michel Canonica

Der Sonntag wartete dann mit schlechterem Wetter und starkem Schneefall auf. «Die meisten haben den Samstag als Skitag eingeplant. Am Sonntag ist der Andrang zurückgegangen. Wir hatten schätzungsweise 2000 Gäste», sagt Flumserberg-CEO Michel. Die Bergbahnen Pizol verzeichnen trotz des schlechten Wetters viele Gäste. «Der Neuschnee lädt ein zum Tiefschneefahren», sagt Nussbaumer. Durch den massiven Schneefall sei auch die Abfahrt vom Pizol bis nach Vilters-Wangs möglich, das auf 510 Höhenmetern liegt. Dort liege normalerweise kaum Schnee. «Vom Pizol nach Wangs legt man 1700 Höhenmeter zurück. Damit ist es eine der längsten Abfahrten der Schweiz. Das wird geschätzt von den Gästen», sagt Nussbaumer. Den Rekordschnee sieht Nussbaumer positiv: «Damit wurde die Grundlage für ein tolles Angebot in den nächsten Wochen geschaffen.»

Lawinengefahr weiterhin gross

Durch den massiven Schnee ist auch weiterhin die Lawinengefahr hoch. Das Institut für Schnee und Lawinenforschung (SLF) hat am Samstag die Gefahrenstufe zwar von 4 (grosse Gefahr) auf 3 (erhebliche Gefahr) heruntergesetzt. Doch: «Es besteht weiterhin grosse Lawinengefahr abseits der Pisten», bestätigt Flumserberg-CEO Michel. Konkrete Vorfälle mit Lawinen oder Unfällen habe es keine gegeben.

Auch auf den Pisten der Pizolbahnen hat es am Wochenende keinen Lawinenabgang gegeben. Doch Pizol-CEO Nussbaumer appelliert an die Schneesportler: «Wir empfehlen derzeit, den gesicherten Skiraum nicht zu verlassen.»