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Katastrophe von Genua: Das sind die ältesten Brücken der Ostschweiz

Die ältesten Brücken der Ostschweiz wurden Ende der 1950er Jahre erbaut. Wo stehen sie und wann wurden sie das letzte Mal überprüft? Eine Karte gibt Auskunft.
Bruno Knellwolf

Ist eine Tragödie wie jene des Brückeneinsturzes von Genua auch in der Schweiz möglich? Wir haben bei Thomas Vogel, ETH-Professor am Institut für Baustatik und Konstruktion, nachgefragt.

Thomas Vogel, ETH-Professor am Institut für Baustatik und Konstruktion. (Bild: ETH)

Thomas Vogel, ETH-Professor am Institut für Baustatik und Konstruktion. (Bild: ETH)

Thomas Vogel, wäre eine solche Katastrophe wie in Genua auch in der Schweiz möglich?

Ganz ausschliessen kann man das nie. Aber wir haben ein gutes System von Inspektionen, so dass die Brücken in der Regel alle fünf Jahre genau angeschaut werden. Die Frage ist, ob man alles findet. Aber unterdessen haben wir in der Schweiz ein gutes Niveau erreicht. Sieht man Risse oder Verfärbungen durch Rostwasser, geht man dem genau nach.

Ein wirkliches Warnsystem mit Sensoren gibt es aber nicht?

Man könnte solche Systeme installieren. Macht man das bei einer neuen Brücke, installiert man Systeme, die es in den ersten 50 Jahren nicht braucht. Wenn man sie dann bräuchte, sind sie veraltet. Ein Sensorsystem nachträglich zu installieren, ist aufwendig.

In Genua gab es eine Studie, in der geraten wurde, die Brücke abzureissen und neu aufzubauen.

Alle 30 Jahre muss man eine solche Brücke genauer anschauen. Dabei wird man sich immer die Frage stellen, was günstiger ist: instandstellen oder ersetzen? Gegen das Ersetzen spricht der Verkehrsunterbruch. In Genua hätte das drei oder vier Jahre gedauert, und zudem hat es in Städten meist kaum Platz, um temporär auszuweichen. Zudem gibt es den kulturellen Aspekt der Denkmalpflege: Eine Morandi-Brücke bricht man nicht einfach so ab.

Chronologie der Brücken-Katastrophen

  • 1891, Schweiz. In Münchenstein stürzt am 14. Juni die Eisenbahnbrücke über die Birs wegen eines Konstruktionsfehlers ein. 73 Passagiere sterben, 171 verletzen sich.
  • 1956, Indien. In Andhra Pradesh verunglückt am 2. September ein Zug, nachdem eine Brücke eingestürzt ist. 117 Menschen sterben.
  • 1981, China. Eine Schlammlawine reisst am 9. Juli die Liziyida-Brücke mit sich. Ein Zug entgleist und stürzt ein. Mindestens 200 Menschen werden getötet, 146 verletzt.
  • 1998, Peru. Ein Hochwasser lässt am 16. März eine 200 Meter lange Brücke über den Fluss Piura im Norden des Landes einbrechen. Mindestens 26 Menschen werden getötet oder gelten als vermisst.
  • 2001, Portugal. Beim Zusammenbruch einer rund hundert Jahre alten Brücke über den Fluss Douro in Castelo de Paiva in der Nähe von Porto stürzen am 3. März ein Bus und drei Autos in die Tiefe. 58 Menschen kommen ums Leben.
  • 2005, Indien. In Valigonda sterben am 29. Oktober 114 Menschen. Eine Zug entgleist, weil eine Brücke nach einem Dammbruch durch die Wassermassen aufgrund eines Monsunregens weg­gerissen wird.
  • 2006, Pakistan. Am 5. August kommen beim Einsturz einer Brücke nach heftigen Regenfällen in Mardan im Nordwesten des Landes mindestens 40 Menschen ums Leben. Zahlreiche weitere Menschen werden nach dem Unglück vermisst.
  • 2007, China. Am 13. August kommen beim Einsturz einer neu gebauten Brücke in Zentralchina 64 Menschen ums Leben, 22 weitere werden verletzt. Die 328 Meter lange Brücke über einen Fluss in der Provinz Hunan war gerade gebaut worden.
  • 2016, Indien. Am 31. März werden beim Einsturz einer halbfertigen Hochstrasse im Zentrum der ostindischen Metropole Kolkata mindestens 26 Menschen getötet und fast hundert weitere verletzt. (red/sda)

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