Karin Keller-Sutter über Paul Rechsteiner: «Es ist gut, wenn es im Ständerat auch solche mit Erfahrung hat»

Bundesrätin Karin Keller-Sutter hatte am Freitagabend in Wil ein Heimspiel. Vor geladenen Gästen aus Wirtschaft und Politik hat sie über ihr erstes Jahr im Amt, starke  Frauen und Paul Rechsteiner gesprochen. 

Katharina Brenner
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Bundesrätin Karin Keller-Sutter im Gespräch mit Stefan Schmid, Tagblatt- Chefredaktor (Bild: Michel Canonica)

Bundesrätin Karin Keller-Sutter im Gespräch mit Stefan Schmid, Tagblatt- Chefredaktor (Bild: Michel Canonica)

Stimmt es, dass sie die Stärkste ist im Bundesrat? Gefolgt von Viola Amherd, Simonetta Sommaruga und dann «den anderen». Das hätten seine Vorbereitungen ergeben, so Stefan Schmid, Chefredaktor des St.Galler Tagblatts und Moderator am Freitagabend im Hof zu Wil. Lachen im Publikum. «Selbstverständlich», konterte Karin Keller-Sutter schlagfertig. Über die Reihenfolge rede sie zwar nicht.

«Aber ja, die Frauen sind stärker.»

Vor bald einem Jahr hat Wil seine neue Bundesrätin gefeiert, am Freitagabend hat sie bei einem Heimspiel vor 160 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft gesprochen. Die Arbeit als Bundesrätin mache ihr Spass. Es gehe ihr, trotz der vielen Arbeit, oder vielleicht gerade deshalb, sehr gut.  

Die Schweiz als Bittstellerin

Gastgeber des Anlasses war das Wirtschaftsportal Ost (WPO). Der junge Verein, gegründet vor einem halben Jahr, will die Ostschweiz als Standort vermarkten, Netzwerke ermöglichen, Politik und Wirtschaft zusammenbringen. Die St.Galler Regierungsräte Stefan Kölliker und Marc Mächler sowie der Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer sassen im Publikum.

In einem direktdemokratischen System sei die Wirtschaft auf die Politik angewiesen und andersherum, so Keller-Sutter. Mit dem Argument, Arbeitsplätze zu verlieren, sei es in letzter Zeit allerdings schwierig geworden, Abstimmungen zu gewinnen. Die Begrenzungsinitiative finde sie «sehr gefährlich». Ein Ausscheiden der Schweiz aus den bilateralen Verträge wäre schlimmer als der Brexit, die Schweiz würde zum Bittsteller werden. Bei den Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU gab sich Keller-Sutter selbstbewusst. Sie lasse sich nicht einschüchtern und gehe davon aus, dass man gewisse Anpassungen machen könnte.  

Andere Kantone pflegen die Beziehung

Die Ostschweiz nehme sie in ihrem Alltag als Bundesrätin nicht besonders wahr. Die Genfer und Freiburger hingegen würden Beziehungspflege betreiben, die Freiburger Regierung hätte sie kürzlich in corpore besucht. Auf Schmids Versuche hin, Keller-Sutter eine Wahlempfehlung für Paul Rechsteiner zu entlocken, appellierte die Bundesrätin erst ganz allgemein, wählen zu gehen. Und sagte dann:

«Es wäre schon schade, wenn Paul Rechsteiner nicht mehr wäre.»

Es seien jetzt viele Junge mit wenig Erfahrung in den Ständerat gewählt worden. «Es ist gut, wenn es auch solche mit Erfahrung hat.»

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