Kapuziner wollen verjährten Missbrauch untersuchen

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Sexualdelikt Ein Westschweizer Kapuzinerpriester, der Dutzende Kinder vergewaltigt hat, lebt mittlerweile im Kapuzinerkloster in Wil (Ausgabe vom 17. Februar). Jetzt will die Schweizer Kapuzinerprovinz den Missbrauch des heute 57-jährigen Freiburgers Daniel Pittet durch den Priester trotz Verjährung untersuchen lassen. Eine neutrale Untersuchungskommission wird den Fall nun aufarbeiten. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in einigen Monaten vorliegen und veröffentlicht werden.

Der Kommission gehören der ehemalige Freiburger Kantonsrichter Alexandre Papaux, der emeritierte Geschichtsprofessor Francis Python und Yves Mausen, Professor für Rechtsgeschichte und Religionsrecht, an, wie die Schweizer Kapuzinerprovinz am Mittwoch mitteilte. Die Mitglieder erhielten vollständigen Zugang zu den Archiven der Kapuziner und der Diözese.

Nach Angaben der Schweizer Bischofskonferenz stand der Priester dreimal wegen sexueller Übergriffe vor Gericht. Zweimal sei es um verjährte Fälle gegangen, im dritten Fall sei er 2012 zu einer zweijährigen, bedingten Haft verurteilt worden. Dabei sei es um den Missbrauch zweier Opfer in den 1990er-Jahren gegangen.

Daniel Pittet hatte im Februar ein Buch veröffentlicht, in dem er beschreibt, wie er als Kind vom heute 76-jährigen Kapuzinerpriester missbraucht worden war. Die Kapuziner erinnern in ihrer Mitteilung daran, dass sich Opfer von sexuellen Übergriffen durch Mitglieder des Ordens jederzeit an den Provinzial oder an eine Opferberatungsstelle wenden könnten. (sda/hrt)