Kantonsgericht schwächt Strafen für Dealer ab

Gerichtsurteil Das Kantonsgericht St. Gallen hat zwei Hanfdealer zu milderen Strafen als die Vorinstanz verurteilt. Die heute 33 und 34 Jahre alten Männer bauten in jungen Jahren ein florierendes Drogengeschäft auf.

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Gerichtsurteil Das Kantonsgericht St. Gallen hat zwei Hanfdealer zu milderen Strafen als die Vorinstanz verurteilt. Die heute 33 und 34 Jahre alten Männer bauten in jungen Jahren ein florierendes Drogengeschäft auf. Die Staatsanwaltschaft bezifferte die Menge der gehandelten Drogen auf rund 250 Kilogramm Cannabis mit einem Umsatz von über zwei Millionen Franken. Das Kreisgericht hatte die beiden wegen des Hanfhandels und anderer Delikte zu Freiheitsstrafen von viereinhalb Jahren sowie vier Jahren und zehn Monaten verurteilt. Am Dienstag forderten sie vor zweiter Instanz mildere Strafen (Ausgabe von gestern).

Nun hat das Kantonsgericht St. Gallen das Strafmass um einige Monate reduziert. Der erste Beschuldigte – ein Schweizer mit Wurzeln in Ex-Jugoslawien – wird zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Er muss zudem drei Fünftel der Kosten des Berufungsverfahrens bezahlen. Sein Anteil beläuft sich auf rund 8000 Franken.

Erlös aus Immobilien in Bosnien eingefordert

Beim zweiten Beschuldigten handelt es sich um einen seit langem in der Schweiz wohnenden Kroaten. Das Kantonsgericht hat ihn der mehrfachen schweren Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der Hehlerei, der mehrfachen versuchten Nötigung und der falschen Anschuldigung schuldig erklärt. Er wird zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Die Kosten des Berufungsverfahrens betragen insgesamt 6480 Franken. Davon muss der Beschuldigte drei Viertel bezahlen. Der Rest geht zu Lasten des Staates.

Die Ersatzforderungen, welche die Vorinstanz ausgesprochen hatte, bleiben unverändert. Jedoch wird die entsprechende Ziffer ergänzt. Darin steht, dass sich die Forderung gemäss dem Mindererlös reduziert, falls der Verwertungserlös von Häusern in Bosnien weniger als 240 000 respektive 270 000 Franken einbringt. Beide Beschuldigten müssen aber mindestens je 20 000 Franken bezahlen. Die beiden Männer hatten einen Teil ihres Gewinnes aus dem Drogenhandel in Liegenschaften in Bosnien investiert. (cis)