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KANTONSGERICHT: Eritreer verprügelt Verlobte und beisst Polizisten

Ein Eritreer will sich nicht mehr daran erinnern, dass er seine Freundin verprügelt und einen Polizisten mehrmals gebissen hat. Vor Kantonsgericht wollte er eine milde Sanktion erwirken.
Nach der Prügelattacke auf seine Verlobte, geriet der Beschuldigte wenige Wochen später in eine Polizeikontrolle. Der Eritreer wiedersetzte sich jedoch der Kontrolle, es kam zum Gerangel. Im weiteren Verlauf biss der Beschuldigte schliesslich einen Polizisten mehrfach in die Ober- und Unterschenkel. (Symbolbild) (Bild: Samuel Schalch)

Nach der Prügelattacke auf seine Verlobte, geriet der Beschuldigte wenige Wochen später in eine Polizeikontrolle. Der Eritreer wiedersetzte sich jedoch der Kontrolle, es kam zum Gerangel. Im weiteren Verlauf biss der Beschuldigte schliesslich einen Polizisten mehrfach in die Ober- und Unterschenkel. (Symbolbild) (Bild: Samuel Schalch)

Dem 34-jährigen Mann wird vorgeworfen, dass er im April 2016 seine damalige Verlobte und heutige Mutter seiner Kinder verletzt hat. Er habe noch auf sie eingeprügelt, als sie wehrlos am Boden gelegen sei, betont die Anklage. Offenbar war das Paar an einem Sonntagmorgen im April 2016 vor einem Restaurant in der St. Galler Innenstadt in Streit geraten. Es soll sich über die Art der Rückkehr nach Hause uneinig gewesen sein. Schliesslich fuhren der Mann und die Frau zusammen mit drei Kollegen nach Gossau in ihre Wohnung.

Als Nachbarn Schreie aus der Wohnung hörten, riefen sie die Polizei. Die Beamten trafen eine blutüberströmte Frau an. Die Verletzungen im Gesicht waren unter anderem ein Nasenbeinbruch, Schwellungen und Einblutungen. Nur mit Glück seien keine bleibenden Schäden entstanden, sagte die Staats­anwältin dazu. Wenige Wochen später fiel das Paar erneut negativ auf. Mit dem Bruder des Beschuldigten waren sie als Mitfahrer in einem Auto unterwegs. Um 1.40 Uhr gerieten sie auf der Rosenbergstrasse in St. Gallen in eine Kontrolle. Die Beamtin und der Beamte stellten fest, dass die Verlobte keine Sicherheitsgurten trug. Als die Beamtin die Frau zum Patrouillenwagen mitnehmen wollte, wurde ihr Verlobter aufbrausend. Er schlug mehrmals die Hand gegen den Oberkörper des Beamten.

Nachdem es zu einem Gerangel gekommen war und der Beamte den Beschuldigten am Boden fixierte, griff die Frau ein. Sie forderte den Polizisten auf, ihren Verlobten loszulassen, er sei besoffen. Im weiteren Verlauf biss der Beschuldigte den Beamten mehrfach in die Ober- und Unterschenkel. Erst mit Hilfe seines Bruders konnte die Patrouille den Mann bis zum Eintreffen der Verstärkung fixieren. Diese empfing er mit Spucke. Der gebissene Polizist musste sich in Spital­behandlung begeben.

Bei beiden Vorfällen stark alkoholisiert

Der Beschuldigte machte an der Berufungsverhandlung von Ende April am Kantonsgericht St. Gallen geltend, er sei bei beiden Vorfällen stark alkoholisiert gewesen und könne sich überhaupt nicht daran erinnern, was passiert sei. Die Freundin wisse besser, warum er sie geschlagen habe. Man solle nicht ihn, sondern sie fragen. Nach dem zweiten Vorfall sei er nie wieder im Ausgang gewesen und habe keinen Alkohol mehr getrunken. Er hoffe, das Kantonsgericht gebe ihm noch eine Chance. Seine schwangere Frau und sein Kind seien auf seine Hilfe angewiesen. Das Kreisgericht St. Gallen hatte den Beschuldigten im Mai 2017 zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt, wobei ein halbes Jahr zu vollziehen sei. Zusätzlich sprach es eine Busse von 200 Franken aus und ordnete Bewährungshilfe an. Die Anklage verlangte die Bestätigung dieses Strafmasses.

Der Verteidiger beantragte an der Berufungsverhandlung eine bedingte Geldstrafe von 110 Tagessätzen à 100 Franken und eine Busse von 500 Franken. Bei beiden Vorfällen sei der Mann massiv alkoholisiert gewesen, sagte er. Deshalb habe er nicht gewusst, was er tue. Der Hergang der Geschehnisse im April 2016 sei nicht klar. Es sei nicht belegt, dass der Beschuldigte tatsächlich so lange auf seine Verlobte eingeschlagen habe, wie es ihm die Staatsanwaltschaft vorwerfe. Zudem sei die Frau nicht lebens­gefährlich verletzt worden. Im Falle der Geschehnisse bei der Verkehrskontrolle habe sich sein Mandant mehrmals entschuldigt. Ihn treffe in diesem Fall nur ein leichtes Verschulden.

Das Kantonsgericht folgte grossmehrheitlich den Anträgen der Anklage, milderte die Strafe aber ab. Es sprach den Mann von der Anklage der geringfugigen Sachbeschadigung frei. Schuldsprüche fällte es betreffend versuchter schwerer Korperverletzung, einfacher Korperverletzung und Gewalt und Drohung gegen Behorden und Beamte. Es sanktionierte den Beschuldigten mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten mit einer Probezeit von drei Jahren.

Claudia Schmid

ostschweiz@tagblatt.ch

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