Kantone entdecken die Kleinsten

Für die Frühförderung sind vor allem die Gemeinden zuständig. Nun bemühen sich die Kantone St. Gallen und Thurgau aktiv um das Thema: Beide präsentieren demnächst ihre erste Strategie.

Odilia Hiller
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Bei der Frühförderung geht es nicht darum, aus Babies kleine Genies zu machen. (Bild: fotolia)

Bei der Frühförderung geht es nicht darum, aus Babies kleine Genies zu machen. (Bild: fotolia)

Die Kantone haben Grosses vor für die Kleinen. Aber nicht, was viele denken: Bei der Frühförderung geht es entgegen der landläufigen Meinung nicht darum, aus Babies kleine Genies zu machen. Die Kantone St. Gallen und Thurgau möchten den Gemeinden dabei behilflich sein, solche Vorurteile aus der Welt zu schaffen. Im Namen der Chancengleichheit beabsichtigen sie, vorwärts zu machen in Sachen Unterstützung junger Familien. Dabei geht es um niederschwellige Hilfsangebote für Eltern mit Babies und Kleinkindern. Demnächst unterzeichnen in beiden Kantonen Regierungsräte aller involvierten Departemente erstmals je eine Strategie zur Frühförderung.

St. Gallen kommt etwas früher

St. Gallen hat dabei zeitlich die Nase leicht vorn. Die Departementsleiter werden das Papier wohl noch vor den Sommerferien verabschieden. Der Kanton Thurgau wird voraussichtlich nach den Sommerferien folgen. Der St. Galler Strategieentwurf – unter der Federführung des Amts für Soziales unter Einbezug der Gemeindepräsidenten und des Verbandes der St. Galler Volksschulträger in einer regional breit abgestützten Diskussion entstanden – bedeutet aus Sicht des Kantons einen Paradigmenwechsel. Statt eines interventionistischen Ansatzes, wo der Kanton erst hilft, wenn es Probleme gibt, soll künftig die Prävention im frühkindlichen Bereich gestärkt werden.

Alle Eltern sind gefragt

Handlungsbedarf sieht die St. Galler Verwaltung vor allem in den Bereichen Elternbildung und Familientreffpunkte in den Gemeinden. Damit sollen explizit nicht nur benachteiligte oder ausländische Familien angesprochen werden, sondern alle Eltern.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 14. Juni.